Schillerbücher
26. August 2009 | Drucken | Versenden
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Das Buch von Manuela Mühleisen steht am Neckar an der Oehler-Kreuzung.
Das Buch von Manuela Mühleisen steht am Neckar an der Oehler-Kreuzung.
Bild: Alfred Drossel
MARBACH

Spiel mit Hass und Liebe

Viele Schiller-Titel waren nicht mehr übrig, als Manuela Mühleisen zum Schillerbuch-Projekt stieß, und da ihr Vater Italiener ist und sie die doppelte Staatsbürgerschaft hat, fiel ihr die Auswahl leicht.

„Ich fühle mich Italien verbunden und dachte gleich, dass ich bei diesem Titel diese Verbundenheit im Motiv ausdrücken kann“, erklärt Manuela Mühleisen.
Je mehr sie von der Zusammenfassung aus dem Internet gelesen hatte, desto mehr kristallisierte sich die Idee für ihr Buch heraus. Eine grafische Umsetzung musste es sein, da sie von Beruf Grafikerin ist. Und da es in dem Buch um Liebe und Hass geht, wollte sie mit starken Farben arbeiten: Rot verbildlicht die Liebe, Schwarz den Hass und Weiß die Reinheit. Auch sonst arbeitete die 42-Jährige viel mit Symbolen. Das Kreuz steht für das Kloster, in dem eine der drei Hauptpersonen lebt, weshalb das Kreuz auch über der weiblichen Person schwebt. Die zwei überlappenden Herzen über der männlichen Figur drücken einerseits die Liebe aus, weshalb eines auch rot ist, und andererseits den Hass.
„Uno, due tre“ steht genauso wie die drei italienischen Wörter „sorella“ (Schwester) und „fratelli“ (Brüder) für die drei Hauptfiguren im Drama. Der Text im Hintergrund ist ein Teil des Originaltextes in Italienisch, in dem die Namen auftauchen. „Das war mit das Schwierigste, die Übersetzung zu finden. Da habe ich sehr lange recherchiert.“ Auch „I fratelli nemici“ gibt einen Hinweis auf den Schillertitel: So heißt das Werk auf Italienisch.
Bei den Figuren selbst spielt die Grafikerin ebenfalls mit den Farben und den Begriffen Hass und Liebe. „Mit dem roten Rand um die Figuren bekommt das Bild eine Dramaturgie. Außerdem handelt es sich bei dem Buch um ein Drama. Das wollte ich herausarbeiten.“
Aber genau diese rote Linie um die Figuren bereitete auch Probleme: Beim Vergrößern des Entwurfs auf die Maße des Buches – die Giganten sind immerhin 3,40 Meter hoch – waren die roten Umrisse nicht mehr zu sehen. „Da musste ich etwas hin und her probieren, bis es wieder passte.“
Wie fast alle anderen Künstler auch, hatte Manuela Mühleisen in der Schule zum ersten Mal mit Schiller zu tun. Den ersten Absatz der „Bürgschaft“, die sie damals auswendig lernen musste, kann sie noch heute. Auch ein anderes Zitat, bei dem es um Freunde geht, spricht ihr aus dem Herzen.
Freiwillig würde sie jedoch nichts mehr lesen, auch wenn sie die Bürgschaft heute recht spannend findet. „Extra ein Buch kaufen würde ich mir nicht, aber zu den Veranstaltungen gehe ich schon.“

Patricia Rapp