Im Lager und der Schreinerei eines Möbelhauses in der Bahnhofstraße ist gestern kurz vor 11 Uhr ein Brand ausgebrochen, der einen Millionenschaden verursacht hat. 120 Feuerwehrleute, der Rettungsdienst, das Technische Hilfswerk und die Polizei waren im Großeinsatz. Ein Feuerwehrmann wurde leicht verletzt.
Als die Feuerwehr zum Brandort gekommen war, standen der erste Stock und das Dach der Firma Möbel Knapp bereits lichterloh in Flammen. Beschäftigte und Kunden hatten sich aber unverletzt in Sicherheit gebracht. In dem betroffenen Lager befinden sich Musterküchen und die Schreinerei sowie die Auslieferung. Im Untergeschoss, das durch Löschwasser Schaden genommen hat, ist eine Ausstellung hochwertiger Möbel untergebracht.
Der Asperger Kommandant, Stefan Fritz, löste sofort nach dem Eintreffen der Asperger Wehr Großalarm aus. Fritz und Kreisbrandmeister Arnd Marquardt leiteten die Löscharbeiten. Die Feuerwehren aus Ludwigsburg, Möglingen, Markgröningen, Tamm, Bietigheim-Bissingen und vom Hardt- und Schönbühlhof schickten Fahrzeuge und Einsatzkräfte. Insgesamt waren 120 Männer und Frauen im Löscheinsatz.
Spezialfahrzeuge wie Drehleitern, ein Messfahrzeug, ein Atemschutzfahrzeug und der mobile Einsatzleitcontainer kamen zum Einsatz. Aus dem Landratsamt eilte ein Statiker zur Brandstelle. Der Fachberater Chemie beobachtete vom Polizeihubschrauber aus die Rauchwolke. Sie zog zunächst in Richtung Hohenasperg. Da eine Schadstoffbelastung der Luft zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, wurden die Anwohner über Rundfunk aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Messungen der Feuerwehr haben jedoch ergeben, dass die Schadstoffe ungefährlich waren.
Die Dachkonstruktion des Lagers und die mit Holzplatten geschlossenen Fenster erschwerten es, an den Brandherd heranzukommen. Da akute Einsturzgefahr bestand, konnte kein Feuerwehrmann ins Gebäude vordringen. Auch eine Stunde nach Brandausbruch schlugen immer wieder Flammen aus dem Lager.
Das einsturzgefährdete Dach wurde am Nachmittag durch Helfer des Technischen Hilfswerks abgestützt, um eine Brandschutträumung zu ermöglichen und immer noch auflodernde Glutnester zu bekämpfen. Bis gestern Abend war die Asperger Wehr im Einsatz.
Ein Feuerwehrmann erlitt unter der Atemschutzmaske einen Schwächeanfall und musste vom Rettungsdienst versorgt werden. Mehrere Rettungswagen und zwei Einsatzgruppen des DRK waren morgens bereits vorsorglich zur Brandstelle geschickt worden. Die Helfer bauten in der Lehenstraße ein Zelt zur Versorgung der Kräfte auf.
Die Polizei hatte die Brandstelle großräumig abgesperrt. Die Kriminalpolizei Ludwigsburg nahm die polizeilichen Ermittlungen auf. Aussagen zu einer möglichen Brandursache waren gestern allerdings noch nicht möglich.