Bereits zum zweiten Mal lud der SKV Eglosheim Leichtathletik-Ass Nadine Hildebrand zu einem gemeinsamen Schülertraining ein. Mit großen Augen blickten die Jungen und Mädchen zu der 22-jährigen Hürdenläuferin auf, als sie vergangene Woche mit Trainingspartnerin Lisa Urech und Landestrainer Sven Rees die Halle betrat.
Die deutsche Medaillenhoffnung über die 60 m Hürden bereitete sich mit Rees und der Schweizer Meisterin Urech in Stuttgart auf die morgen in Doha/Katar beginnende Hallen-Weltmeisterschaft vor. So war es den Verantwortlichen des SKV gelungen, das Eigengewächs zu einem gemeinsamen Training mit den B-Schülern zu engagieren.
Zur Begrüßung hatten die 12- und 13-jährigen Nachwuchs-Leichtathleten ihren Gästen ein Holzkamel und einen arabischen Sprachführer geschenkt, um sie auf ihrem Weg an den Persischen Golf zu unterstützen.
Trainer Sven Rees gab zu verstehen, dass nur durch harte Arbeit, den nötigen Biss und eine Portion Talent eine Karriere wie die seiner beiden Schützlinge möglich sei. „Eure Idole stehen vor euch, also gebt alles“, schloss Rees . Mit diesen Worten und den Vorbildern neben sich war nun der Ehrgeiz geweckt.
Die Betreuer der Trainingsgruppe, Simone Schmitt und Guido Hunker, hatten das gemeinsame Training organisiert und freuten sich über die zahlreiche Beteiligung. Sie lobten den Vereinszusammenhalt, durch den eine solche Kooperation stattfinden konnte. „Ältere Athleten zeigen auf, was möglich ist, und sind richtungsweisend für die Jüngeren“, erklärte Schmitt.
Das Ziel des Events war erreicht. Die Jugendlichen beobachteten wachsam jede Bewegung ihrer Vorbilder und gaben bei den Übungen ihr Bestes. Nadine Hildebrand und Lisa Urech war der Spaß an der Sache deutlich anzusehen, die Kinder waren in ihrer Begeisterung nicht mehr zu bremsen. Bei der abschließenden Autogrammstunde wünschten die Kids noch einmal viel Erfolg für den bevorstehenden Wettkampf und versprachen die Daumen zu drücken.
Trainer Sven Rees wird ebenfalls die Daumen drücken. Wem er die größeren Chancen einräumt, wollte er jedoch nicht verraten. „Beide haben mit ihren Leistungen das Tor zur Weltspitze aufgestoßen und alle Voraussetzungen, um sich auch dort zu etablieren“, erklärte Rees. Die Läuferinnen selbst schätzen sich gegenseitig sehr und gaben als Ziel für die WM das Erreichen des Halbfinals an. „Mit einer Wiederholung unserer persönlichen Bestzeit von 8,00 Sekunden sollte schon einiges drin sein“, hofft Hildebrand. Sie hat natürlich auch nichts dagegen, wenn sie in Doha erstmals eine Zeit sprintet, die mit „Sieben Komma“ beginnt.