Das Tor zur Wirtschaft
11. September 2009 | Drucken | Versenden
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Stets freundlich: Renate També.
Stets freundlich: Renate També.
Bild: Alfred Drossel
KREIS LUDWIGSBURG

Immer ein charmantes Lächeln

Ludwigsburg – Der Empfang ist die erste Visitenkarte eines Unternehmens. Das weiß auch Renate També. Denn überaus freundlich und charmant begrüßt sie beim Automobilzulieferer Beru die Besucher, vermittelt Telefonate und gibt Auskunft.

Um sechs Uhr morgens beginnt ihre Schicht. Nein, ein Morgenmuffel sei sie nicht, sagt Renate També. „Das darf man an dieser Stelle auch nicht sein.“ Zwischen interner und externer Telefonanlage, den Monitoren für Außenanlage und Werkschutz, zwischen Schreibtischstuhl und Sicherheitsschrank ist die 46-Jährige voll in ihrem Element.
Klingelt das Telefon, wirbelt Renate També mit den Fingern über die PC-Tastatur. Gut die Hälfte der rund 600 Telefonnummern weiß sie auswendig. Durchwahlnummern rückt sie keine heraus. „Weil es das Haus so wünscht“, ergänzt sie.
Momentan sei es ruhig, meint Renate També. „Wegen der Ferien und weil wir ja Kurzarbeit haben.“ Ob sich Letztere auf die Stimmung der Mitarbeiter auswirkt? Das bekomme sie am Empfang nicht so mit. „Ich denke aber, dass alle motiviert sind und davon ausgehen, dass die Krise bald überwunden sein wird.“
Den Arbeitsplatz teilt sich Renate També mit drei weiteren Empfangs- und Sicherheitsmitarbeitern. „Sie übernehmen die Spät- und die Nachtschicht. Der Posten ist rund um die Uhr besetzt.“ Unlängst hatte sie Urlaub. Drei Wochen lang. „Meine Kollegen waren froh, als ich wieder da war“, sagt sie und lacht.
„Tagsüber gibt es viel mehr Publikumsverkehr. Und es fallen ganz andere Dinge an wie E-Mails durchsehen, weiterleiten und beantworten oder die Schlüssel der Firmenfahrzeuge verwalten.“ Auch Dokumente, Pakete, aber auch Pizza und Pasta vom Pizzaservice oder Blumensträuße, landen erst einmal bei Renate També. An wen die Blumen denn gegangen sind? Darüber schweigt sie sich diskret aus und lächelt.
Überhaupt ist es Renate Tambés Lächeln, das einem beim Betreten der Eingangshalle gleich auffällt. Das scheinen auch die Anrufer irgendwie zu spüren, denn unfreundliche oder gar unverschämte Telefonate – immerhin sind es zwischen 200 und 300 täglich – gebe es selten.
Auch zieht sie keine Rückschlüsse darüber, wenn einer der 882 Ludwigsburger Mitarbeiter mit einem kurzen „Guten Morgen“ oder Zunicken an ihr vorbeiläuft. „Was weiß denn ich, was demjenigen gerade im Kopf herumgeht?“, antwortet sie und drückt – wie nebenbei – auf einen Knopf, der im Außenbereich die Schranke zum Werksgelände öffnet. Denn ob Zulieferer, Speditionen oder Paketdienste: Renate També kennt fast alle. Seit November 2008 arbeitet sie über einen Stuttgarter Sicherheitsdienst bei Beru. Der Pförtnerposten wurde vor ein paar Jahren aus Kostengründen outgesourct, also fremdvergeben.
Sicherheit wird bei Beru großgeschrieben. All jene, die També nicht kennt, kommen auch nicht an ihr vorbei. Gäste müssen ihr sagen, wohin oder zu wem sie wollen. Sie erhalten einen Besucherausweis, werden dann entweder abgeholt oder dürfen in den Fahrstuhl steigen. „An mir kommt keiner vorbei oder weiter“, scherzt sie. Mit Menschen zu tun zu haben und mitorganisieren zu können, das macht die Empfangstätigkeit für També so spannend. „Wenn 20 Leute am Tresen stehen, das Telefon klingelt und drei Lkw reinfahren wollen, wird es schon mal hektisch“, sagt sie. Dann heißt es für sie „positiv und im Sinne des Unternehmens denken und Ruhe bewahren“. Lernen könne man diese Fähigkeit nicht. „Entweder man hat das oder man hat’s nicht.“

Britta Slusar