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9. Dezember 2009 | Drucken | Versenden
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Badminton am Strand – aber nicht auf Hawaii, sondern im Bietigheimer Industriegebiet.
Badminton am Strand – aber nicht auf Hawaii, sondern im Bietigheimer Industriegebiet.
Bild: Alfred Drossel
LUDWIGSBURG

Beachvolleyball – mitten im Winter

Der Winter ist für Sportmuffel keine Ausrede mehr: Trotz Kälte, Schnee und Eis gibt es heutzutage genügend Möglichkeiten, seinen Körper zu fordern. Die Voraussetzungen dafür sind auch im Landkreis bestens: Selbst hier muss beim Sport niemand auf Berge oder Strand verzichten.

Dieser Abend im Dezember ist ungemütlich. Es ist kalt, es regnet – doch Christoph Klein steht in T-Shirt und kurzen Hosen im hellen Sand, nur wenige Schritte von der Strandbar und den Liegestühlen entfernt. Der 35-jährige Stuttgarter und seine Kumpels spielen Beachvolleyball – und das mitten im deutschen Winter.
Möglich ist das im Indoor Beach Sports-Zentrum im Bietigheimer Industriegebiet. In der Halle kann auf acht Plätzen Fußball, Handball, Badminton und Volleyball gespielt werden. „Zwischen Oktober und März ist bei uns am meisten Betrieb“, sagt Leiter Fritz Härter.
Seine Kunden würden das Sporttreiben im feinkörnigen Quarzsand zu schätzen wissen. In der Halle gebe es keine Verschmutzungen durch Äste, Tierkot oder Bakterien, so Härter. „Im Freien sind die Plätze dagegen oft in schlechtem Zustand.“ Außerdem sei der Sport im Sand gelenkschonender, weil der Boden nicht fest ist und nachgibt. Und: „Das anstrengende Laufen im Sand kräftigt den Körper und stärkt die Kondition.“
Allerdings könnten die Sportler schneller umknicken, weil sie keine Schuhe tragen, sagt Dr. Tanja Engels. Die Bietigheimer Sportmedizinerin und Leistungsdiagnostikerin findet Sport in der Halle richtig und wichtig – nur muss die Vorbereitung stimmen. Die meisten Hallenböden sind aus Kunststoff und stoppen den Körper abrupt in der Bewegung. „Deshalb werden die Kniegelenke stärker beansprucht als beim Sport im Freien“, sagt die Ärztin.
Sie empfiehlt den Hallensportlern das Tragen von Schuhen, die gut dämpfen und Schläge abfedern können. Außerdem sollten vor allem Ballsportler das Spiel in der Halle möglichst mit einem leichten Ausdauertraining verbinden, sagt Engels. Das könne beispielsweise auf einem Ergometer gemacht werden.
Möglich ist solch ein Training auch im Fitnessstudio des SV Kornwestheim. In das Funsportzentrum des Vereins kommen zwischen 6000 und 8000 Besucher pro Monat. Auch Geschäftsführer Thomas Eeg hat in der Zeit von Oktober bis März den größten Zulauf. Die Leute wollten auch im Winter Sport treiben, weil eine lange Pause keinen Sinn mache: „Der Trainingszustand muss gehalten werden, sonst fängt man im Sommer wieder bei Null an.“ Wer fit bleiben oder werden will, findet beim SVK auch eine Kletterwand: Bergsteigen im Landkreis Ludwigsburg. Darüber hinaus bietet der Verein Badminton und Squash – allerdings sollten diese Sportarten nur trainierte Menschen ausüben, die keine Gelenkprobleme haben, so Eeg. Für Untrainierte und Ältere empfiehlt der Sportökonom das Fitnessstudio: „An den Geräten kann die Belastung individuell gesteuert werden.“

Wolf-Dieter Retzbach
» Sport im Haus – Ergometer
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