Mama, was machen wir heute?“ Wenn das Wetter schlecht ist, hat auch Mama schlechte Karten. Denn dann fällt der Besuch auf dem Spielplatz flach und draußen herumzutoben oder sich vor dem Haus mit Freunden zu treffen macht – wenn es gar zu doll regnet – auch nicht so viel Spaß. Nicole Röth und Annette Graf aus Oberstenfeld haben einen tollen Vorschlag für Schlecht-Wetter-Tage: Filzen. „Das Material können Kinder gut verarbeiten“, sagt Nicole Röth. Die beiden müssen es wissen. Sie haben alle beide drei Kinder.
Was braucht man für den Filz-Bastel-Tag? Eine Filznadel. Die gibt es in jedem gut sortierten Bastelladen – ebenso wie Filzwolle in verschiedenen Farben. Und wer schon im Bastelladen ist, der kann auch gleich einige Glasmurmeln mitbringen. Wieder zu Hause, setzt man sich zum Filzen am besten an einen großen Tisch. Wer mit dem Nassfilzen beginnt, der braucht jetzt noch eine Schüssel mit warmer Lauge aus Kernseife.
Los geh’s mit der Glasmurmel, die soll eingefilzt werden. Zuerst zupft man sich ein wenig Filz von einem der mitgebrachten bunten Stränge. Der wird dann in der Seifenlauge nass gemacht. Filz auf die Handfläche und die Murmel in Rollbewegungen zwischen beiden Handflächen in den Filz „einmurmeln“ – so als ob man eine kleine Kugel aus Teig rollen wollte. „Jetzt müssen wir warten, bis die erste Filzschicht getrocknet ist“, erklärt Nicole Röth. Danach wird die zweite Lage Filz wie beschrieben um die Murmel herumgemurmelt – am besten in einer anderen Farbe. So geht es weiter mit mehreren Lagen Filz. Irgendwann wird’s dann aber schwer, die Filzmurmel zwischen den Handflächen zu rollen. Zwischen den einzelnen Lagen ist immer Trocknen angesagt. Sind alle Filzlagen trocken, sollten am besten Mama oder Papa die Filzmurmel an einer Seite mit einer Schere oder einem Messer kreuzförmig einschneiden, bis die Murmel zu sehen ist (siehe Bild rechts). Dann wird der Filz auseinandergezogen und eine Filz-Murmel-Blume ist entstanden. Wer die Murmel längs aufschneidet, hat eine Muschel. Die Murmel bleibt in beiden Fällen drin. An Blume und Muschel können noch mit einer Sticknadel Fäden oder Lederbändchen hindurchgezogen werden. Fertig ist die Kette. Muschel und Blume können an einem Nachmittag gebastelt werden.
Toll sehen auch die eingefilzten Buntstifte aus. Dazu nimmt man am besten dicke, unlackierte Holzbuntstifte. Dann eine Lage Filzwolle auseinanderziehen, den Stift der Länge nach drauflegen und gut in den Filz einrollen. Dann wird das Ganze in der Seifenlauge nass gemacht und in einer Noppenfolie (da geht sicher auch ein Küchentuch) wie ein Teig hin- und hergerollt. „Die gesamte Fläche muss gerollt werden, nicht nur eine Stelle“, sagt Annette Graf. Der eingerollte Bleistift muss wieder gut trocknen. Dann wird der Filz, da wo die Mine ist, abgeschnitten. Hinten bleibt ein Ringelschwänzchen. Ist der Stift aufgebraucht, kann einfach ein neuer in das Filzkleid gesteckt werden.
Übrigens: Wer nass filzt, sollte den Filz vor dem Trocknen mit Essigwasser ausspülen, damit die Seifenlauge herausgeht.
Auch Trockenfilzen macht Spaß. Hierbei kommt die Filznadel zum Einsatz. Außerdem braucht man noch Haushaltsschwämme – ganz egal in welcher Größe. Dann wird Filz auf den Schwamm gelegt und mit kurzen Stichen mit der Nadel in den Schwamm hineingestoßen. Doch Vorsicht: Die Nadel hat Widerhaken. Ist der Schwamm mit Filz bedeckt, können Blumen und Blätter mit der Nadel eingearbeitet werden. Filz in Blütenform auf den Schwamm legen und in kurzen Stichbewegungen in den Filz arbeiten. Wer das nicht hinbekommt, nimmt eine Plätzchenform, legt Filz hinein und befestigt ihn per Nadel.
Ist die Blumenwiese auf dem Schwamm fertig, fehlt noch der Wichtel, der sich über die Blumen freut. Dazu wird ein Küchenschwamm halbiert, der dann mit bunten Filz-Haaren versehen wird. Mit einem Filzstift bekommt der Wichtel noch ein Gesicht. Im Bastelladen gibt es aber auch Styroporkörper, die als Marienkäfer oder Igel befilzt werden können.