(hpj) – Eigentlich können Kinder immer basteln – nicht nur, wenn’s Wetter trüb ist. Sie sägen, kleben, malen, bis das halbe Haus voll ist. Weil aber die Fenster noch gar so leer aussehen, heißt es vor Weihnachten: „Papa, nimm endlich die Schere und fang an.“
Zugegeben, die Idee für Faltsterne stammt vom Atelier des Neckarweihinger Kindergartens in der Schwarzwaldstraße. Dennoch: Dass ich das vorschlage, macht Eindruck auf die fünfjährige Bastelweltmeisterin und im Nebenberuf Tochter. „Au ja, das machen wir“, sagt sie. Das motiviert. Erst hinterher verrät Franziska, dass sie schon oft solche Sterne gemacht hat.
Wir holen also dünnes Tonpapier und schneiden Quadrate. Dann muss es fein säuberlich Spitze auf Spitze gefaltet werden. Einmal, zweimal. Jetzt kommt die Schere zum Einsatz – entlang des Falzes dürfen Ecken herausgeschnitten werden. Beim Aufklappen des Papiers darf man gespannt sein.
„Die Kinder lieben die Sterne, weil immer wieder eine Überraschung herauskommt“, hatten Andrea Selcho und Tanja Gonnermann-Dörflinger vom Atelier Schwarzwaldstraßen-Kiga erklärt. Und es stimmt: Auch wir sind überrascht.
Franziska jubelt verschmitzt: Sie hat sogar Herzchen-Formen hineingeschnippelt! Wusste sie etwa schon, was für Tricks man anwenden muss?
Bei mir sind’s runde und eckige und längliche Löcher. Auf jeden Fall muss mit dem farbigen Transparentpapier viel zugeklebt werden. Rot und pink muss es sein, meint Franziska, man darf aber auch, wenn man höflich fragt, blau oder grün nehmen. Auch bei Faltsternen müssen streng die Farbregeln beachtet werden. Andererseits, sagt sie großzügig, darf ja jeder machen, wie’s ihm gefällt.
Papa muss natürlich die bunten Schnipsel schneiden, die die Tochter dann fingerfertig bei ihrem Stern aufklebt. Mein Stern ist noch etwas löchrig, ich muss ganz schön aufholen. Trödeln heißt das bei Kindern. Aber es macht Spaß.
Als wir fertig sind, ist mein Stern natürlich nicht ganz fertig, meint die Tochter. Die Zacken am Rand sind nicht zugeklebt. Worauf wir eine echte Diskussion vom Zaun brechen, was denn nun zum Faltstern dazugehört und was nicht. Ich sage: Die Zacken sehen aus wie die bei Kristallen oder Schneeflocken – sie bleiben deshalb offen. Das fand Franziska nicht einleuchtend, aber irgendwann hielten wir die Faltsterne einfach vors Fenster. Und da stellten wir dann fest: Beide sehen eigentlich ganz schön aus!
Da hängen sie nun. Franziska verriet mir dann, dass sie das im Kindi schon oft gemacht hat. Und zieht aus ihrer Bastelschachtel einen Stern. Aber, sagt sie – sie habe noch nie so einen schönen gemacht, und noch nie einen mit dem Papa zusammen. Oder hat sie das gar nicht gesagt?