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4. Dezember 2009 | Drucken | Versenden
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Wer Fenster und Türen nicht ausreichend sichert, erleichtert Einbrechern das Handwerk.
Wer Fenster und Türen nicht ausreichend sichert, erleichtert Einbrechern das Handwerk.
Bild: Alfred Drossel
KREIS LUDWIGSBURG

Finsterlinge lieben die Finsternis

Alle zwei Minuten wird irgendwo in Deutschland eingebrochen. Wobei die Faustregel gilt: Je kürzer die Tage, desto länger die Finger. Denn in der kalten Jahreszeit nutzen Einbrecher den Schutz der frühen Dunkelheit, um verstärkt auf Beutezug zu gehen. Dies zeigen auch Zahlen aus dem Kreis Ludwigsburg.

So schnellte im Jahr 2008 die Zahl der Wohnungseinbrüche im Kreis zum Jahresende hin signifikant nach oben: Auf 17 Einbrüche im Juli und 18 im August folgten 22 im November und 44 im Dezember. Die Erklärung dafür liegt für Peter Widenhorn, den Sprecher der Polizeidirektion Ludwigsburg, nahe: Einbrecher könnten die für sie geeigneten Objekte im Dunkeln oft mühelos ausbaldowern. Denn unbeleuchtete Fenster signalisieren gerade in den späten Nachmittags- und frühen Abendstunden, dass niemand zuhause ist.
Außerdem, sagt Widenhorn, falle es den Tätern im Dunkeln schlicht leichter, sich einem Haus unauffällig zu nähern. Bevorzugte Ziele der Langfinger seien dabei Ein- und Mehrfamilienhäuser, in die oft hellhörigen Reihen- und Doppelhäuser werde seltener eingebrochen. Zudem werden ländliche Gebiete nicht so oft von Einbrechern heimgesucht wie Städte und Kleinstädte – und schließlich suchen Langfinger offenkundig die rasche Fluchtmöglichkeit über Fernstraßen. So liegen die Einbruch-Schwerpunkte im Landkreis – neben Ludwigsburg und Kornwestheim gehören Ditzingen, Freiberg und Marbach dazu – laut Widenhorn allesamt relativ nah an der Autobahn.
Generell freilich geht die Zahl der Wohnungseinbrüche im Kreis in letzter Zeit eher zurück. So standen den 287 Einbrüchen des Jahres 2007 „nur“ noch 216 Einbrüche im vergangenen Jahr gegenüber, in den ersten drei Quartalen dieses Jahres drangen Kriminelle „erst“ in 162 Wohnungen im Kreis ein.
Folgt man der von Polizei und Sicherheitswirtschaft getragenen Einbruchschutz-Initiative „Nicht bei mir“, so zeichnet sich bundesweit eine ähnliche Entwicklung ab. Ihr Internet-Portal www.nicht-bei-mir.de gibt fürs vorige Jahr bundesweit 371 651 Einbrüche an, davon 108 284 in Wohnungen. Die aktuelle Gesamtzahl der Einbrüche dieses Jahres lag gestern bei 287 265. Aufgeklärt wurden davon laut „Nicht bei mir“ bisher nur 57 453 Fälle, der entstandene Schaden liegt bei 576,4 Millionen Euro.

Steffen Pross
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