Wenn es morgens später hell und abends früher dunkel wird, steigt die Gefahr von Unfällen auf den Schulwegen. In der dunklen Jahreszeit helfen deshalb helle, möglichst reflektierende Kleidung und Schulranzen. Eltern sollten bei ihren Kindern deshalb darauf achten.
Gut die Hälfte aller Schulwegunfälle zwischen 7 und 8 Uhr morgens passiert in den vier Monaten November bis Februar. Als besonders gefährdet gelten Kinder, wenn sie zu Fuß unterwegs sind, aber auch Radfahrer, die zu wenig Wert legen auf ausreichende Beleuchtung.
„Sehen und gesehen werden“ gibt denn auch die Verkehrswacht als Motto für die Winterzeit aus. „Mehr als 90 Prozent aller Informationen und Eindrücke im Straßenverkehr werden über das Auge aufgenommen.“ Ausstrahlung zähle – gerade auch im Straßenverkehr.
Die Verkehrswacht meint denn auch:
• Den besten Schutz bietet retroreflektierende Kleidung. Durch sie sind Kinder schon von weitem gut zu sehen und damit sicherer unterwegs.
• Als zusätzliche Sicherheitsbringer gelten demnach reflektierende Aufsätze auf Schuhen und Mützen.
• Bei Schulranzen ist an einem Teil der Außenhülle reflektierendes Material vorgeschrieben.
Und die Verkehrswacht erklärt auch die Sache mit dem Reflexmaterial: Es besteht aus unzähligen kleinen Glaskügelchen, pro Quadratzentimeter bis zu 30 000 Stück. Sie erzeugen selbst kein Licht, sondern werfen einfallendes Licht, zum Beispiel das eines Autoscheinwerfers, in die Richtung zurück, aus der es kommt.
Auch Erwachsene überschätzen, so die Verkehrswacht, ihre Sicht bei Dunkelheit, da Beleuchtung oder reflektierende Leitpfosten ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln. Der Fahrer passe seine Geschwindigkeit seiner subjektiven Sicht an und fahre schneller, als es die objektiven Sichtverhältnisse zulassen. Er orientiere sich nur an der Helligkeit, fokussiere seinen Blick bewusst auf das, was er sehen kann. „Wer eine 200 Meter entfernte Leitplanke sieht, kann sich nicht vorstellen, einen dunkel gekleideten Fußgänger, der nur 40 Meter entfernt ist, nicht sehen zu können.“
Ein Autofahrer könne einen dunkel gekleideten Fußgänger trotz beleuchteter Straße nicht wahrnehmen. Ausschlaggebend für dessen Sichtbarkeit sei nicht die Beleuchtung der Stelle, an der er steht, sondern welchen Kontrast er gegen seinen Hintergrund bildet. „Leider wähnen sich Fußgänger – speziell Kinder – an beleuchteten Stellen vorschnell in Sicherheit, im falschen Glauben, gesehen zu werden.“ Dabei reflektiere dunkle Kleidung einfallendes Licht nur unzureichend. Es entstehe kein deutlicher Kontrast zum dunklen Hintergrund, der Betrachter könne nichts erkennen. „Retroreflektierende Kleidung hingegen springt sichtbar ins Auge.“