Bei der Zukunftskonferenz, die am 18. und 19. September in Ludwigsburg stattfindet, wird unter anderem das Altern der Bevölkerung im Mittelpunkt stehen. Schon seit längerem befasst sich eine Projektgruppe mit dem Thema. Ihr Ziel: ein altenfreundliches Ludwigsburg.
Was muss Ludwigsburg tun, um für ältere Menschen attraktiv und lebenswert zu bleiben? Bei der demnächst anstehenden Zukunftskonferenz wird genau diese Frage neben anderen auf dem Programm stehen.
Bereits seit einiger Zeit beschäftigt sich die Projektgruppe „Zukunft gestalten – Älterwerden in Ludwigsburg“ mit dem Thema. Die Gruppe aus Bürgern und Fachleuten wird von der Stadträtin Gabriele Moersch (Freie Wähler), dem Sprecher des Initiativkreises Begegnungsstätte Villa Ulmer und Vorsitzenden der Synode, Eberhard Daferner, sowie dem Kriminalhauptkommissar a.D. und Vorsitzenden des Weißen Rings, Hermann Dengel, geleitet.
Bei der Zukunftskonferenz wollen die drei zunächst die Ergebnisse und Forderungen vorstellen, die in den vergangenen eineinhalb Jahren in der Projektgruppe erarbeitet wurden. Anschließend soll die Diskussion um das Thema Älterwerden mit interessierten Bürgern weitergeführt werden.
Bei der Konferenz soll es beispielsweise um die Fragen gehen: „Wie kann das Zusammenleben der Generationen gelingen?“, oder: „Wie kann man sein Leben auch im Alter sinnvoll gestalten?“. Auch stadtplanerische Aspekte spielen eine Rolle. „Ältere Leute brauchen eine andere Infrastruktur“, sagt Hermann Dengel.
Die Projektgruppe hat schon einige Vorschläge erarbeitet. So brauche Ludwigsburg beispielsweise mehr Sitzgelegenheiten zum Ausruhen, mehr öffentliche Toiletten und barrierefreie Wege für Rollstuhlfahrer oder Menschen mit Rollator. Ein weiteres Stichwort für Dengel ist die Straßenbeleuchtung. „Viele Gehwege in Ludwigsburg sind schlecht ausgeleuchtet. Alte Menschen haben bei Dämmerung Angst dort entlangzugehen.“
Auch das Thema „Wohnen im Alter“ wird in Zukunft zunehmend Bedeutung erlangen. „Es wird immer mehr alte Menschen geben, die alleine leben“, sagt Gabriele Moersch. Daher müsse ein ganz neues Unterstützungssystem für die Versorgung der Menschen aufgebaut werden. Dafür brauche es vor allem funktionierende soziale Netzwerke, da nicht alles durch öffentliche Gelder finanziert werden könne. Ehrenamtliche spielen dabei die entscheidende Rolle, meint Moersch.
Überhaupt habe sich aus den laufenden Diskussionen ergeben, dass das Ehrenamt einen höheren Stellwert in unserer Gesellschaft braucht, sagt Eberhard Daferner. „Wir müssen mehr Anreize schaffen.“ Eine Möglichkeit seien verbilligter Eintritt für Theater, Kino und Freibad für Ehrenamtliche. Auch Bildungsgutscheine kann Daferner sich vorstellen. Auf lange Sicht sei das Ziel ein Masterplan zum Thema Altern, eine aktive Altenpolitik, an deren Inhalt auch der Gemeinderat seine Politik ausrichten solle. Vieles werde aber an den Bürgern selbst hängen bleiben, ist Daferner sicher: „Wir dürfen nicht alles der Politik überlassen. Wir müssen selbst etwas unternehmen.“