Zukunftskonferenz in Ludwigsburg
18. September 2009 | Drucken | Versenden
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Vorzeigemodell: Das Ludwigsburger Film- und Medienzentrum in der Königsallee.
Vorzeigemodell: Das Ludwigsburger Film- und Medienzentrum in der Königsallee.
Bild: Stadt Ludwigsburg
LUDWIGSBURG

Energie- und Medienbranche als Zugpferde

Derzeit gibt es in Ludwigsburg 42 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Bei einer Einwohnerzahl von knapp 86 000 ist das im Vergleich zu anderen Städten überdurchschnittlich viel. Doch wie wird sich die Wirtschaft der Stadt in Zukunft entwickeln?

Die Stadtverwaltung hat in dieser Frage klare Prioritäten gesetzt. Die Film- und Medienbranche, die sich mit der Filmakademie in Ludwigsburg angesiedelt hat, soll als zentraler Wirtschaftsbereich weiter ausgebaut werden.
Daneben wird derzeit ein Energiekompetenzzentrum in der Weststadt eingerichtet. Auch diese Branche soll in Zukunft in Ludwigsburg eine Heimat finden. Mit dem Zentrum sollen Firmen aus den Bereichen Klimaschutz und Ökologie in die Stadt geholt werden.
Die Verwaltung setzt aber auch weiterhin auf klassische Branchen: Banken, Maschinenbauer und Autozulieferer. Bei den Zulieferfirmen sieht es zwar derzeit alles andere als rosig aus, doch Frank Steinert von der Ludwigsburger Wirtschaftsförderung ist zuversichtlich: „Die hier ansässigen Unternehmen arbeiten an Neuentwicklungen. Sie bleiben nicht stehen und jammern, sondern nutzen die Krise für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter und für neue Produkte.“ Allerdings, so Steinert, bislang sei es schwer einzuschätzen, wie sich die Situation für die Zulieferfirmen weiterentwickle. Derzeit seien viele Mitarbeiter noch in Kurzarbeit. Auch im Bereich Tourismus soll sich in Ludwigsburg in den kommenden Jahren einiges tun. Momentan arbeitet die Stadt an einer neuen Konzeption, die nächstes Jahr umgesetzt werden soll.
Grundsätzlich hat eine Stadtverwaltung aber nur einen begrenzten Einfluss auf Wirtschaft und Arbeit. Wie die derzeitige Krise zeigt, sind die äußeren Einflüsse größer als der Handlungsspielraum der Stadt. Trotzdem: Die Verwaltung kann einiges tun, um Ludwigsburg so attraktiv wie möglich für Wirtschaftsunternehmen zu machen. „Über die Infrastruktur haben wir beispielsweise Einfluss auf die Entwicklungen“, sagt Steinert.
Als größtes Problem für den Standort sieht er die derzeitige weltweite Wirtschaftskrise und ihre unkalkulierbaren Folgen. Der Fachkräftemangel sei hinter diesem Problem zurückgetreten. Aber es gebe immer noch Firmen, vor allem im Maschinenbau, die nicht genügend Fachkräfte finden.
Die Frage bei der Zukunftskonferenz wird sein: Wie stellen sich die Bürger die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Stadt vor? Und mit welchen Ideen und Impulsen können sie selbst zu den Entwicklungen beitragen?

Christian Walf