Zukunftskonferenz in Ludwigsburg
19. September 2009 | Drucken | Versenden
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Platz zum Toben: die neue Sporthalle in der Innenstadt.
Platz zum Toben: die neue Sporthalle in der Innenstadt.
Archivbild: Drossel
LUDWIGSBURG

Zukunft zwischen Hallenbau und Radweg

2009 ist für Ludwigsburg nicht nur ein Jubiläumsjahr, sondern auch ein Jahr des Sports. Mit der Fertigstellung der Arena wird eine wichtige Weiche für den Spitzensport gestellt. Mit dem Sportentwicklungsplan, der bis Jahresende vorliegen soll, wird das Fundament für die zukünftige Entwicklung im Freizeit- und Breitensport gelegt. Dazu soll am Wochenende die Zukunftskonferenz ihren Beitrag leisten.

Seit das Gutachten der Sporthochschule Köln vor etwa einem Jahr vorgestellt wurde, hat die Stadt ihre Sportlichkeit gewissermaßen wissenschaftlich bestätigt. In Ludwigsburg sind deutlich mehr Menschen gemessen an der Bevölkerungszahl in Sportvereinen organisiert als etwa in München oder Stuttgart.
Und nach den Prognosen der Kölner Sportökonomen wird die Zahl der Sportinteressierten in den nächsten zwei Jahrzehnten trotz der leicht rückläufigen Bevölkerungsentwicklung eher zu- denn abnehmen.
Die Wissenschaftler haben der Stadt deshalb empfohlen, bei der sportlichen Infrastruktur in den kommenden Jahren nicht zu sparen.
Diese Annahme prägt auch die Agenda für die Zukunftskonferenz ein Stück weit. So nennt die Stadtverwaltung in einem Papier für die Konferenz als wichtige Zukunftsprojekte vor allem mehrere Sporthallen: für die Oststadtschule am Berliner Platz, für Poppenweiler und für Oßweil die Sanierung der bestehenden Mehrzweckhalle oder einen Neubau. Hinzu kommt der Umbau der beiden letzten Fußball-Tennenspielfelder in Oßweil und Eglosheim in moderne Kunstrasenspielfelder. Neben diesen Maßnahmen soll aber laut Stadt künftig vorrangig Wert auf „eine qualitätsvolle Unterhaltung des Bestands gelegt werden“.
Das Hallenbauprogramm und die generelle Linie wird auch vom Stadtverband für Sport grundsätzlich mitgetragen. Der Dachverband der Ludwigsburger Vereine würde sich allerdings im Schulzentrum West noch als Ergänzung eine Trainingshalle für die Basketballer wünschen, wie der Stadtverbands-Vorsitzende Reinhardt Weiss sagt.
Gravierende Engpässe bei den Sportstätten für den organisierten Sport sieht er allerdings nicht. Und auch keine Defizite bei den Vereinen. „Unsere Vereine und der Sport in Ludwigsburg sind sehr gut aufgestellt“, meint Weiss.
Nach der Studie der Sporthochschule Köln gewinnt ohnehin der informelle, nicht an Vereine gebundene Sport zukünftig noch mehr an Bedeutung. Der dominiert schon heute bei den Erwachsenen, während die Kinder und Jugendlichen in überwältigender Mehrheit im Verein aktiv sind.
Bei der Infrastruktur für den nichtorganisierten Sport – etwa bei Radwegen, einer Finnenbahn zum Laufen oder Trimm-dich-Pfaden – gelte es noch gewisse Lücken zu schließen, sagt Weiss.
Handlungsbedarf in diesem Bereich stellt auch der Erste Bürgermeister Konrad Seigfried nicht in Abrede. Konkrete Vorschläge für diesen Bereich gebe es aber noch nicht, weil sich die Arbeitsgruppe, die den Sportentwicklungsplan erarbeitet, erst im Oktober auf einer Klausurtagung mit diesem Thema beschäftige.

Jürgen Schmidt