Das Lied der Weisen: In diesen Tagen waren wieder die Sternsinger unterwegs. Sie besangen das Kind in der Krippe, sie erzählten die alten Geschichten und sagten Gedichte auf.
Nicht zuletzt, um uns daran zu erinnern, dass Weihnachten mit dem Fest noch nicht einfach so vorbei ist. Die Sterndeuter brachten Geschenke, von Liedern wissen wir nichts. Aber sie könnten gesungen haben, und wenn sie es getan hätten, wäre das Lied sicher ähnlich gewesen wie der Gesang der Engel.
Oder vielleicht doch anders? Sie hörten wohl selbst einem Gesang zu, dem Schreien des kleinen Kindes. Und einer von ihnen, so stelle ich mir vor, hat später selbst ein Weihnachtslied geschrieben, und das klang ungefähr so:
Dort in Bethlehem, schreit ein kleines Kind
in die Nacht hinaus, durch den kalten Wind,
schreit in einem Stall, schreit, so laut es kann.
Alle Menschen kommen, und sie schaun es an.
Kleines Kind von Bethlehem, hör schon auf zu schrein.
Du bist lauter noch als wir, du sollst unser König sein.
Und die Tauben hören’s, und die Blinden sehn,
und die Lahmen kommen, können es verstehn.
Und es schreit und schreit, weil es schreien will.
Erst wenn alle da sind, ist es endlich still.
Kleines Kind von Bethlehem, hör schon auf zu schrein.
Du bist kleiner noch als wir, du sollst unser König sein.
Wenn die Könige bei Ihnen waren, haben Sie ihre Version der Geschichte vom Kind in der Krippe gehört. Ich wünsche Ihnen allen, dass die Weihnachtsfreude anhält.
Bernhard Hellmuth
Katholische Kirche, Ludwigsburg