ERDMANNHAUSEN | 26. September 2008

„Es muss noch viel getan werden“

Auch in Erdmannhausen steigt das Durchschnittsalter an, und zwar von 41,8 auf 46,6 Jahre. Veränderungen sind also in der Gemeinde unvermeidbar – ob das Veranstaltungsangebot aber ausgebaut werden muss, ist recht umstritten.

„Ein zentraler Seniorentreffpunkt fehlt“, meint VdK-Vorstand Erwin Wenck. Denn damit würde eine Einrichtung bestehen, die für alle leicht zu Fuß zu erreichen sei. „Das steht aber schon in Planung und wird im Zuge der Ortskernsanierung vermutlich auch kommen“, versichert Schultes Lutz Schwaigert.
Um auf die steigende Zahl von Senioren einzugehen, hat die Gemeinde das Gelände neben dem Kleeblattpflegeheim aufgekauft, um dieses eventuell für eine Erweiterung zur Verfügung zu stellen. „Wir haben viel für Ältere. Aber es muss auch noch einiges getan werden“, räumt der Schultes ein.
So soll das Angebot für Ältere Schritt für Schritt weiter ausgebaut werden, ebenso die Nahversorgung. Das ist laut Erwin Wenck auch dringend notwendig: „Wir brauchen mehr Programm und einen Ansprechpartner bei Problemen.“ Fast schon zu viel Angebote gibt es hingegen nach Meinung von Franz Pilhartz, Fraktionschef der Freien Wähler. Viele Senioren fühlen sich noch lange aktiv und seien mit dem bestehenden Angebot völlig zufrieden.
Bemängelt wird von Wenck auch die Infrastruktur der Gemeinde: „Wer am Ortsrand wohnt, hat Probleme, den Supermarkt zu erreichen“. Auch kämpfe er bereits seit 30 Jahren für einen S-Bahn-Anschluss. Der wird aber mit der S40 vor Marbach nach Backnang kommen.
Gut aufgestellt sieht Bürgermeister Schwaigert die Kommune allerdings beim Thema Kinderbetreuung. „Für die Jugend haben wir einiges gemacht“, meint auch Horst Stegmaier, CDU-Fraktionsvorsitzender und stellvertretender Bürgermeister. So bestehen neben dem Jugendhaus vier Kindergärten, und die Vereine seien in der Jugendarbeit auch sehr aktiv.
Zwar verteilt die Gemeinde keine Subventionen für junge Familien beim Grundstückskauf, aber „im Vergleich zu anderen Kommunen haben wir sowieso recht günstige Preise“, meint Stegmaier.
Anderer Anreiz für Familien sei in Erdmannhausen, dass im Kindergarten Kunterbunt seit dem jetzigen Kindergartenjahr Ganztagsbetreuung für Kinder ab drei Jahren angeboten wird. Im Gespräch sei außerdem, ab kommendem Jahr dieses Angebot auch auf Zweijährige auszuweiten. „Wir rechnen mit großem Andrang“, meint Schwaigert. Im Kindergarten Löwenzahn werden bereits unter Dreijährige betreut, allerdings nicht ganztags.
Sicher ist sich der Schultes, dass auch die Grundschule von dem demografischen Wandel betroffen sein wird: „Aber durch die Zusammenlegung der ersten beiden Klassen und durch die Bildung kleinerer Gruppen ist diese nicht existenziell gefährdet. Er sei zufrieden mit der aktuellen Situation, aber „wir dürfen uns auch nicht auf Lorbeeren ausruhen“.
Auch Reiner Holzwart, Vorsitzender des Kleeblattfördervereins, reicht das Angebot für Senioren aus. „Unsere Situation ist gut.“ Dennoch: Ausbauen wird der VdK sein Angebot nicht, „da es einfach zu wenige Ehrenamtliche gibt“. Ähnlich sieht das Pastoralreferent Joachim Pierro von der katholischen Kirchengemeinde: „Wir planen keine Ausweitung des Angebots.“ Allerdings sei die Kirche seiner Meinnung nach sowieso bereits sehr engagiert in der Seniorenarbeit.

Ina Allenhöfer
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