23. Dezember 2010

Berufsvorbereitende Einrichtung

Die Übergänge auf den Arbeitsmarkt zu gestalten, mit Kompetenzanalysen, Trainingsgruppen und Jobcoachs – das versucht das Projekt der berufsvorbereitenden Einrichtungen (BVE): Seit September trainieren in Bietigheim 21 Schüler ihre Fähigkeiten für den Arbeitsmarkt. Federführend ist die Steinheimer Paul-Aldinger-Schule.

Die Übergänge auf den Arbeitsmarkt zu gestalten, mit Kompetenzanalysen, Trainingsgruppen und Jobcoachs – das versucht das Projekt der berufsvorbereitenden Einrichtungen (BVE): Seit September trainieren in Bietigheim 21 Schüler ihre Fähigkeiten für den Arbeitsmarkt. Federführend ist die Steinheimer Paul-Aldinger-Schule.
„Die Jugendlichen fühlen sich nicht als behindert. Es sind zum Beispiel Frühgeborene mit einem Gendefekt“, sagt Monika Bauer vom Elternbeirat. Die meisten seien auf eine Sonderschule gekommen, weil sie in Mathe und Deutsch zu große Defizite hatten. „Leider wird ein Schüler in Deutschland immer noch nach Noten in diesen Fächern beurteilt – siehe Grundschulempfehlung“, so Bauer. Handwerkliche Fähigkeiten seien zweitrangig. Den meisten bleibe nur der Weg über eine Behindertenwerkstatt.
Das BVE-Konzept setzt hier vor allem auf Praktika und Beratung potenzieller Arbeitgeber über behinderungsgerechte Arbeitsrahmenbedingungen und Fördermöglichkeiten – wie Eingliederungszuschüsse der Arbeitsagentur und dauerhaftes Unterstützen des Integrationsfachdienstes. Laut Bauer sind es immer noch zu wenige Betriebe, die Behinderten diese Chance ermöglichten.Ab einer Größe von 20 Mitarbeitern könnten sie sich über die Ausgleichsabgabe in Höhe von 105 bis 260 Euro „freikaufen“. „Jeder in einer Behindertenwerkstatt Beschäftigte kostet den Steuerzahler weit mehr als 105 Euro im Monat“, gibt sie zu bedenken. „Unseren Schülern muss man manchen Schritt zweimal erklären, oder sie brauchen für eine Arbeit etwas mehr Zeit. Dafür verdienen sie auch weniger.“Erst bei Praktikumsplätzen könne der Schüler zeigen, was in ihm steckt.
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