LUDWIGSBURG | 04. Dezember 2008

Der Imker und der Tüftler aus dem Badnerland

Sie halten zusammen, die Schwarzwälder. Da sind die Gebrüder Koch aus Oppenau keine Ausnahme. Früher half der Stephan dem Christoph beim Ausliefern des Honigs. Heute managen die beiden ein kleines Familienunternehmen, das im Winter Hochkonjunktur hat.

Der Imker und der Tüftler aus dem Badnerland

Der Imker und der Tüftler aus dem Badnerland.

Bild: Alfred Drossel

Kaum ein Weihnachtsmarkt-Besucher, der die beiden nicht kennt: Denn Christoph und Stephan Koch machen ein verlockendes Angebot – ihre Lebkuchen darf man probieren.
„Wenn man was Gutes hat, dann braucht man sich nicht verstecken“, sagt Christoph Koch. Und verstecken tun sich die Brüder wahrlich nicht. Auf dem Weihnachtsmarkt haben sie immer Zeit für einen netten Schwatz und der charmante badische Dialekt schallt einem schon von weitem entgegen, wenn man sich dem Stand nähert.
Die Zusammenarbeit der Brüder hat vor vielen Jahren angefangen. Christoph hat das Hobby seines Vaters zum Beruf gemacht und lernte Imker. Aber irgendjemand musste den Honig dann auch ausliefern. Das kam Stephan gerade recht – er konnte mit dem Nebenjob bei seinem Bruder sein Elektrotechnik-Studium finanzieren.
Beide sind sie ganz Süße: Christoph liebt den Honig und Stephan den Lebkuchen. Den Grundstein dafür hat die Großmutter gelegt. Sie hatte auf ihrem „Kuchekänschterle“ – dem Küchenschränkchen – immer einen Topf mit Lebkuchenteig. Einer, der schon als Kind die Finger nicht davon lassen konnte, war der Stephan.
1980 war er es dann auch, der die Idee hatte, dass man den Honig-Kunden zu Weihnachten doch einen selbst gebackenen Lebkuchen schenken könnte. Er kramte Großmutters Rezept raus, stellte sich in die Küche und bald schon zog Lebkuchenduft durchs Haus. Das „Gschenkle“ kam bestens an bei den Kunden. Später wollten alle die Lebkuchen kaufen. Der Grundstein für das heutige Lebkuchengeschäft war gelegt. Mittlerweile werfen die Kochs bereits im Oktober den Ofen an. 800 Kilogramm Lebkuchen müssen produziert werden – für die Weihnachtsmärkte in Karlsruhe und Ludwigsburg.
Damit das Geschäft schneller von der Hand geht, hat Stephan Koch so manches Helferlein erfunden – etwa ein Teigrädchen, mit dem er ein Blech voller Lebkuchenteig in gleichmäßig große Schnitte teilt. Aber auch die Arbeit seines Bruders hat Stephan erleichtert mit einer seiner Erfindungen: Per SMS bekommt der Imker im Sommer etwa täglich Infos über das Gewicht seiner Bienenkörbe.
Es gäbe noch so viel zu erzählen von den beiden. Etwa von Stephans Weltrekord, als er 1982 mit 716 Metern den längsten Lebkuchen der Welt buk. Mittlerweile wurde er übertrumpft, aber es gärt in ihm: Allzu gerne würde er mal 1000 Meter backen.
Aber plaudern Sie doch einfach mal selbst mit den Kochs. Nur auf eine Frage werden Sie keine Antwort bekommen: auf die nach dem Rezept. Sie halten eben zusammen, die Schwarzwälder.

Katja Sommer
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