FREUDENTAL | 23. Oktober 2008

Der kleinsten Gemeinde im Landkreis fehlt ein richtiger Supermarkt

Als kleinste Gemeinde im Kreis hat man oft schwer zu kämpfen: Supermärkte siedeln sich selten an und auch Ehrenamtliche sind rar. Handeln im Sinne der Senioren muss Freudental trotzdem, denn auch hier wird das Durchschnittsalter laut Statistischem Landesamt bis 2025 ansteigen.

Um mehr als vier Jahre älter wird der durchschnittliche Freudentaler nach Hochrechnungen des Statistischen Landesamtes. Zwar besteht im Ort bereits ein Kleeblattpflegeheim, aber „es ist geplant, sich auch in Zukunft um betreute Wohnungen zu kümmern“, meint Bürgermeisterin Dorothea Bachmann.
Einige Angebote für Senioren gibt es auch in Freudental, wie etwa jährliche Ausflüge oder Computerkurse für Ältere, die vom Verein Bürger für Bürger angeboten werden. Auch im Seniorenclub und bei Seniorennachmittagen der Vereine kommen die älteren Freudentaler gerne in gemütlicher Runde zusammen. Trotzdem will sich Bachmann dafür einsetzen, das Angebot in Zukunft noch weiter auszubauen.
Ausbaufähig ist auch die Infrastruktur der Gemeinde: „Es fehlt einfach ein Supermarkt“, so Bachmann. Ihr Ziel ist es, einen Supermarkt mit 800 Quadratmeter Verkaufsfläche in die Gemeinde zu holen. Auch will sie den Nahverkehr verbessern.
Das ist auch nach Meinung des CDU-Ortsvorsitzenden Holger Lipp notwendig: „In Freudental ist fast nichts vorhanden, was aber vor allem an der finanziellen Lage der Gemeinde liegt.“
Zufrieden ist die Bürgermeisterin mit der Kinderbetreuung vor Ort. So gibt es bereits Betreuungsmöglichkeiten für Zwei- bis Dreijährige sowie zehn Ganztagesplätze. „Freudental hat trotz seiner Kleine und Finanzkraft ein gutes Angebot“, ist sich Bachmann sicher. Von Geburtenrückgängen spürt sie derzeit noch nichts, in die beiden neuen Baugebiete am Wolfsberg sind vor allem Familien mit Kindern gezogen. Auch die Grundschule ist noch gut belegt. So musste sogar eine Klasse geteilt werden, da diese zu voll war.
In Gefahr sieht CDU-Vorsitzender Lipp die Kindergärten aber trotzdem. „Es herrscht ein Trend, dass die Leute wieder mehr in die Städte ziehen. Und dann wird das wohl auch die Kindergärten in der Kommune treffen.“
Dieser Kinderrückgang ist bereits für Thomas Schwarz vom Sportverein Freudental spürbar. „Ich merke deutlich, dass die Zahl der Kinder in den einzelnen Gruppen zurückgeht.“ Deshalb werden einzelne Mannschaften zusammengeschlossen, um die Zahlen konstant zu halten. Aufgrund des demografischen Wandels müsse laut Schwarz aber darüber nachgedacht werden, ob man das Seniorenangebot in Zukunft weiter ausbauen wird.
„Das Angebot ist zufriedenstellend, wenn man noch Auto fahren kann“, meint der evangelische Pfarrer Andreas Kaiser. Denn es gebe zwar viele Angebote in der Gegend, aber eben wenig in Freudental. Allerdings verteidigt er auch die Gemeinde: „Bei so einem kleinem Ort ist es immer schwer, Leute zu finden, die sich freiwillig engagieren“, so Kaiser. Seiner Meinung nach sei der demografische Wandel allerdings schon stark zu spüren: „Inzwischen ist ein 80. Geburtstag fast nichts Besonderes mehr“, und so steigen auch die Anforderungen an die kirchliche, seelsorgerische Tätigkeit. „Der Tätigkeitsschwerpunkt wird sich verschieben“, ist sich Kaiser sicher.

Ina Allenhöfer
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