06. August 2010

G8 und G9 – ein schwieriger Vergleich

Ich fühle mich gut vorbereitet. Sechs meiner acht Jahre am Gymnasium sind vorbei. Nun steht das Abitur vor der Tür – zusammen mit den „alten“ G9ern. Erst jetzt wird sich zeigen, ob die acht Jahre gereicht haben um uns auf das selbe Wissenslevel wie die jetzigen Zwölfer zu bringen. Sechs Jahre G8, ein Erfahrungsbericht.

Nico Hanke
Ich fühle mich gut vorbereitet. Sechs meiner acht Jahre am Gymnasium sind vorbei. Nun steht das Abitur vor der Tür – zusammen mit den „alten“ G9ern. Erst jetzt wird sich zeigen, ob die acht Jahre gereicht haben um uns auf das selbe Wissenslevel wie die jetzigen Zwölfer zu bringen. Sechs Jahre G8, ein Erfahrungsbericht.

Der Wechsel von der Grundschule auf das weiterbildende Gymnasium in Marbach 2004/2005 verlief für mich reibungslos. Über das nun achtjährige Gymnasium machte ich mir damals wenig Gedanken, wozu auch? Ich war elf, die kommenden acht Schuljahre kamen mir wie eine Ewigkeit vor. Immerhin, es waren nur acht und nicht neun.
Mit der Mittelstufe kam dann auch der von den Eltern und Lehrern prophezeite Stress. Der Unterricht wurde anspruchsvoller, es wurde weniger wiederholt und geübt. Aber woran lag es?  Ist es wirklich nur das eine Jahr, das fehlt? Ich weiß es nicht. Ob es mit neun Jahren anders wäre? Wieder muss ich passen. Mir und sicher vielen anderen G8ern fehlt einfach der Vergleich. Es ist einfach zu sagen: „Früher war alles besser“. Aber es sind jetzt nun mal nur noch acht Jahre am Gymnasium. Ich habe mich damit abgefunden, und versucht das beste daraus zu machen.

Mit der zehnten Klasse, die sich irgendwo zwischen Mittel- und Oberstufe befindet, kam dann die Einsicht: „Die Schulzeit ist wirklich die schönste Zeit“. Im Bogy- Praktikum wurden wir mit dem Berufsleben konfrontiert. Wenn jemand sagt, er habe während der Schulzeit kaum Freizeit, dann soll er erstmal in die Arbeitswelt eintauchen.
Nun bin ich an dem Punkt angelangt, an dem ich diesem einem Jahr in gewisser Weise sogar nachtrauere.

Die nächsten zwei Jahre werden nicht einfacher. Aber das Abitur 2012 hat sicher einen gewaltigen Vorteil für die G8er und G9er: Politiker und Schulleiter können es sich nicht erlauben, dass etliche Schüler der neuen Generation das Abi nicht schaffen. Das Konzept G8 wäre dann nämlich gescheitert. Im Umkehrschluss heißt das wohl, dass das gemeinsame Abitur letzen Endes nicht so schwer werden wird. Ein kleiner Trost für die Schüler, welche seit Jahren unter dem achtjährigen Gymnasium leiden, aber immerhin.
Nico Hanke
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