07. Oktober 2008

Haus für den Winter fit machen

(tmn) – Kälte, Wind, Regen und Schnee lassen nicht nur Menschen im Winter bibbern. Auch Häuser haben es in der kalten Jahreszeit nicht leicht. Damit das Gebäude dabei keinen Schaden nimmt, ist eine gründliche Inspektion für Hausbesitzer im Herbst ein Muss.

Bild: SHK/dpa/tmn

Die Suche nach Schwachstellen an der Hülle und das Vorbereiten der Haustechnik auf den Winter sind dabei die wesentlichen Punkte. Der Rundum-Check sollte so früh stattfinden, dass entdeckte Mängel beseitigt werden können, bevor Schnee und Frost viele Arbeiten erschweren oder unmöglich machen.
Die Kontrolle kann beispielsweise mit dem Dach beginnen. „Selbst der Laie kann lose oder zerbrochene Dachsteine mit Hilfe eines Fernglases erkennen“, sagt Herbert Gottschalk, Leiter Bautechnik beim Tüv Süd in München. „Besser ist natürlich die Kontrolle aus nächster Nähe.“ Auch der Kamin sollte dabei unter die Lupe genommen werden. Feine Risse bleiben aber auch dem geschulten Auge oft verborgen.
Deshalb ist der Blick auf die Innenseite des Daches wichtig. „Mindestens alle fünf Jahre sollte der Dachstuhl eingehend inspiziert werden: Dunkle Verfärbungen am Gebälk oder Korrosion an Schrauben sind Hinweise auf eindringendes Wasser“, erklärt der Experte. In einem gedämmten, ausgebauten Dachgeschoss sind Feuchtigkeitsflecken an den Wänden oder Verformungen der Wandfläche Anzeichen von Schäden in der Dachdeckung.
Punkt zwei auf der Checkliste sind Dachrinnen und Abflussrohre. Sie werden zunächst von Laub und Moos befreit. „Wenn Rinnen oder Fallrohre verstopft sind, staut sich das Wasser. Es sucht sich einen anderen Weg und dringt irgendwo in die Gebäudehülle ein“, sagt Kai Warnecke von der Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund in Berlin. Besonders schwerwiegend werden die Schäden, wenn das Wasser gefriert und sich ausdehnt.
Die gesäuberten Rinnen und Rohre werden auf mögliche Defekte überprüft. Undichte Verbindungsmuffen und beschädigte Abweisgitter werden ausgetauscht. Besitzt das Haus eine Ringdrainage, sollte ein Fachmann diese regelmäßig prüfen und reinigen. „Sobald Frost droht, müssen die Außenwasserhähne von innen gesperrt, das Restwasser aus den Leitungen entleert und die Außenhähne dann offen gelassen werden“, erläutert Warnecke.
Dann kommt die Fassade an die Reihe: Zeigen sich unter Mauerkronen oder Fensteröffnungen feuchte Stellen? Dann muss die Ursache beseitigt, also etwa eine Fuge neu versiegelt oder eine Abdeckung erneuert werden. Die Verankerungen von Fensterläden und die Gummis in den Führungsschienen von Rollläden sollten überprüft werden.
Ob Fenster und Außentüren dicht schließen, lässt sich am besten bei Wind beobachten. Notfalls muss die Einstellung korrigiert oder auch mit einem zusätzlichen Dichtgummi oder einer Dichtungsbürste zum Aufkleben nachgeholfen werden. Auch alle vorhandenen Dichtgummis sollten kontrolliert werden.
Der letzte Punkt auf der Liste ist die Heizung. „Im Idealfall wird die Heizung vor Beginn der Heizperiode vom Fachmann gewartet, damit sie im Winter garantiert gut durchläuft“, sagt Frank Ebisch, Sprecher des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima (SHK) in St. Augustin bei Bonn. Der Kessel sollte gereinigt, der Brenner optimal eingestellt und die Einstellung der Pumpe überprüft werden.
Mit Blick auf die Energiekosten macht es Sinn, vor der Wiederinbetriebnahme die Programmierung der Anlage zu hinterfragen. Möglicherweise reicht ja auch ein Grad weniger. Oder der Heizbeginn kann eine halbe Stunde am Tag nach hinten verschoben werden.
„Die Inbetriebnahme darf man allerdings nicht allein der Automatik überlassen“, warnt TÜV-Experte Gottschalk. Er empfiehlt, nach dem Einschalten der Anlage zu horchen, ob die Pumpe überhaupt läuft.
Zum anderen sollte jeder Heizkörper aufgedreht und seine Temperatur kontrolliert werden. Manchmal hängt ein Thermostat oder es gibt eine Luftblase im Heizkreislauf. „Wenn Glucksgeräusche oder gar ein Bollern zu hören ist, muss allerdings der Fachmann ran“, rät Ebisch.

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