Aktiv im Alltag
Ludwigsburg | 13. Januar 2016

Hausputz wird zum Fitnesstraining

Immer den Rücken möglichst gerade halten – Länge des Putzgerätestiels sollte individuell angepasst sein

Die Fitnessdisziplinen Fensterputzen, Bodenwischen und Aufräumen sind für Frauen und Männer gleichermaßen geeignet. Foto: Fotolia
Die Fitnessdisziplinen Fensterputzen, Bodenwischen und Aufräumen sind für Frauen und Männer gleichermaßen geeignet. Foto: Fotolia

Jetzt nach den vielen Feiertagen kommt es ans Licht: Es hat sich wieder viel Staub angesammelt, ein Hausputz steht an und es sollte zum neuen Jahr auch mal wieder ausgemistet werden. Das sind keine beliebten Tätigkeiten, aber auch sie bringen den Menschen in Bewegung. Wer den Alltag aktiv gestaltet, bleibt fit.

„Wer auf eine gerade Haltung achtet und zwischendurch ein paar Übungen einbaut, stabilisiert nebenbei sein gesamtes Rückgrat“, weiß Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde aus München und Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga. Er gibt einige Tipps, damit auch der Haushalt zum Fitnesscenter werden kann. Beispielsweise beim Fensterputzen, wo auch reichlich frische Luft getankt wird.

Laut Schneiderhahn sollte man bei der Fensterreinigung aber darauf achten, dass der Körper nicht unnötig verrenkt wird, um in jede Ecke zu gelangen. Für höher liegende Scheiben sollte deshalb ein Tritthocker sowie ein Wischer mit verlängertem Stiel verwendet werden. Bei tiefer liegenden Bereichen am besten in die Hocke gehen. Das gelte auch für das Staubwischen in oder auf Schränken. Folgende Sportübungen lassen sich hier gut integrieren:

Kniebeugen: Beim Trocknen von bodentiefen Fenstern den Abzieher langsam von oben nach unten an der Scheibe entlang führen und dabei mit geradem Rücken in die Knie gehen. Diese Übung stärkt Rumpf, Oberschenkel und Gesäß.

Liegestütz am Rahmen: Bei bodentiefen Fenstern in Schrittstellung an die offene Tür stellen. Linkes Bein vorn, linken Arm rechtwinklig am Türrahmen auflegen. Den gesamten Oberkörper nach vorne beugen, bis ein Dehnungsgefühl im Brustmuskel eintritt. Die Spannung rund 30 Sekunden halten und dann die Seite wechseln.Vor allem wichtig bei der blitzsauberen Sportdisziplin ist die richtige Einstellung des Putzgerätes.

Die Länge des Stiels sollte individuell an die Körpergröße angepasst werden, so dass eine Bodenreinigung mit geradem Rücken möglich ist. Wer unter Tische, Schränke und Sofas gelangen will, sollte am besten in Hockstellung gehen und ein Knie auf dem Boden ablegen. So lassen sich auch schwer zugängliche Areale erreichen, ohne den Rücken zu belasten. Beim Wischen und Saugen kann folgende Übung eingebaut werden:

Ausfallschritt: In der Wischbewegung innehalten und mit geradem Rücken in Schrittstellung gehen. Rechtes Bein weit nach vorne stellen und etwas beugen. Die Hüfte weit nach vorne schieben, bis eine Dehnung in der Leiste spürbar ist. Die Spannung rund 30 Sekunden halten. Anschließend das linke Bein nach vorne stellen und die Übung wiederholen. Wer beim Auf- oder Umräumen ist beziehungsweise am Entsorgen nicht mehr benötigter Dinge, muss auch mal „Schwergewichte“ aus dem Weg räumen.

Hier ist dem Orthopäden zufolge Vorsicht geboten: „Zum Anheben immer in die Knie gehen, die Kraft aus den Beinen nutzen und die Wirbelsäule gerade halten“, erklärt Dr. Schneiderhan. Bereits diese Aktion stärkt wie bei den Kniebeugen Oberschenkel und Rumpf. Wem dies noch nicht ausreicht, der kann die zu hebenden Gewichte als Hanteln nutzen und folgende Übung absolvieren.

Rumpfdreher: Im geraden Stand einen kleineren Gegenstand mit beiden Händen fassen und die Arme auf Schulterhöhe gerade nach vorne strecken. Nun den Oberkörper langsam nach links und wieder zurück drehen, dann zur anderen Seite. Je nach Fitnesszustand mehrfach wiederholen, um Rumpf und Taille zu kräftigen.

Angelika Baumeister
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