07. Januar 2012

Hilfe gegen die Volkskrankheit Rückenschmerz

Rückenschmerzen sind nach den Atemwegsinfektionen die zweithäufigste Ursache für Arztbesuche. Wie diese Volkskrankheit behandelt werden kann und welche vorbeugenden Maßnahmen es gibt, erläutern Fachleute aus drei unterschiedlichen medizinischen Bereichen bei der Ludwigsburger Gesundheitsmesse gesund & aktiv 2012.

Bilder: privat
Archivbild: ad

Spezialist für den operativen Bereich ist Dr. Christoph Schätz von der Orthopädischen Klinik Markgröningen. Der Orthopäde, Unfall- und Neurochirurg hat dort das Zentrum für Wirbelsäulenchirurgie, Neuroorthopädie, Rückenmarkverletzungen und Skoliosen aufgebaut. Schätz leitet die Wirbelsäulen-Klinik seit 2003 als Chefarzt und Ärztlicher Direktor. Das Zentrum gehört zu den wenigen Einrichtungen dieser Art in der Bundesrepublik, die das gesamte Spektrum der Wirbelsäulenchirurgie auf hohem Niveau und auch im Rahmen der Notfallversorgung jederzeit anbietet. Pro Jahr werden von Schätz und seinem Team rund 2000 Wirbelsäulenoperationen durchgeführt und 8000 Patienten ambulant behandelt.
Ein operativer Eingriff ist bei Rückenbeschwerden allerdings nur bei weniger als fünf Prozent der Patienten erforderlich, sagt Dr. Hans-Hermann Moll aus den Erfahrungen in der eigenen Praxis und der Auswertung Tausender von Patientendaten. Moll ist seit 1990 als niedergelassener Orthopäde in Ludwigsburg tätig. Im Expertenforum wird er vor allem Fragen zu konservativen Behandlungsmethoden beantworten.
Aus der Auswertung von Patientendaten aus zehn Jahren hat Moll ein „programmiertes Behandlungsschema“ entwickelt. „Das macht die Behandlung vorhersehbar, sowohl was die Dauer wie auch das Ergebnis betrifft“, sagt der Orthopäde. Innerhalb weniger Wochen wird der Patient zunächst von den Schmerzen befreit, dann die Mobilität wieder hergestellt und die Körperhaltung korrigiert. Anschließend folgt eine Stabilisierung der Wirbelsäule und ein gezieltes und auf die individuellen Bedürfnisse und sportlichen Vorlieben abgestimmtes Muskelaufbauprogramm begonnen.
Welchen Beitrag die Physiotherapie bei der Behandlung von Rückenbeschwerden leisten kann, erläutert in der Expertenrunde, die Leiterin des Gesundheitszentrums Ludwigsburg, Andrea Stamm. Anders als früher würden Patienten nicht mehr ruhig gestellt, sondern frühzeitig mobilisiert, erklärt die gelernte Physiotherapeutin und studierte Gesundheitswissenschaftlerin. Um Patienten die Schmerzen zu nehmen, gehe es am Anfang – nach einer genauen Analyse, welche Körperstrukturen betroffen sind – meist darum durch entsprechende physiotherapeutische Maßnahmen, die Spannung aus der Muskulatur zu nehmen. Anschließend wird mit Krankengymnastik und Gerätetraining unter Anleitung die Muskulatur allmählich aufgebaut, bis Patienten dann selbstständig trainieren können. Um neuen Beschwerden vorzubeugen, sei es notwendig, dauerhaft etwas für die Rückenmuskulatur zu tun. Genauso wichtig sei aber auch die regelmäßige Dehnung, betont Stamm.

Info:
Die 3. Ludwigsburger Gesundheitsmesse „gesund & aktiv“ findet am Samstag, 11. Februar, und Sonntag, 12. Februar, im Forum am Schlosspark statt. Die Messe ist an beiden Tagen von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Jürgen Schmidt
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