Sommergrippe
11. Juli 2012

Hitze, Zugluft und dann Triefnase

Das wechselhafte Sommerwetter und die moderne Lebensweise begünstigen Erkältungskrankheiten

So ein Ärger. Jetzt ist auch im Sommer Erkältungszeit.
So ein Ärger. Jetzt ist auch im Sommer Erkältungszeit.
Foto: LKZ-Archiv

Mal ist es heiß und schwül, dann kühlt es wieder nach einem Gewitter ab. Das derzeit wechselhafte Wetter birgt Gefahren für die Gesundheit. Die gefürchtete Sommergrippe ist im Anmarsch.

Die Sommergrippe ist dabei eigentlich ein grippaler Infekt beziehungsweise eine Erkältung. Auslöser sind dieselben Viren, die auch im Winter für triefende Nasen und Husten sorgen. Die Erreger geben also auch im Sommer keine Ruhe, im Gegenteil: Gerade bei Wärme, hoher Luftfeuchtigkeit und Menschenansammlungen laufen viele Unterarten der aggressiven Erkältungsviren geradezu zur Hochform auf. Normalerweise haben diese Erreger keine Chance, denn im Sommer ist die menschliche Abwehr stark genug, um ihnen Einhalt zu bieten.

Doch aufgrund der modernen Lebensweise schlägt die Sommergrippe immer häufiger zu. Beispielsweise wenn man verschwitzt in einen klimatisierten Raum kommt oder sich zum Abkühlen der Zugluft aussetzt. Dann ist eine Erkältung praktisch schon vorprogrammiert. Klimaanlagen trocknen außerdem die Schleimhäute aus, sie können ihre Funktion als Schutzschild nicht mehr erfüllen, die Atemwege sind den Viren hilflos ausgeliefert. Wer bei Hitze zu wenig trinkt oder sich zu lange in die Sonne legt, schwächt ebenfalls sein Immunsystem, es kann dann den Viren nicht mehr standhalten.

Die typische Sommergrippe kündigt sich durch ein trockenes, kratzendes Gefühl im Hals, durch eine laufende Nase sowie durch Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit an. Häufig gibt es daneben auch Fieber, Ohrenschmerzen, Schüttelfrost, Erbrechen, Bauchweh oder Durchfall. Da die Viren sämtliche Schleimhäute im Körper befallen können, fühlen sich die Betroffenen krank und schlapp, statt Freizeitvergnügen im Freibad ist also Bettruhe angesagt.

Medizinern zufolge ist die Sommergrippe nach ein paar Tagen ausgestanden, es handelt sich also um keine gefährliche Erkrankung, sie darf aber trotzdem nicht unterschätzt werden. Denn wenn die Sommergrippe nicht frühzeitig und gezielt behandelt wird, kann sich die Erkältung festsetzen, dann sind die Nebenhöhlen und die Bronchien in Gefahr.

Durch einen Sekretstau in den Atemwegen wird der Entzündungsprozess nämlich noch angekurbelt, Bakterien finden einen idealen Nährboden. Die Folge: Es kann sich eine Bronchitis oder eine schmerzhafte Entzündung der Nebenhöhlen entwickeln. Bei den ersten Anzeichen einer Sommergrippe hilft alles das, was auch im Winter gegen eine Erkältung angewendet wird: Halstabletten, Medikamente mit schleimlösender, entzündungshemmender Wirkung aber auch Hausmittel wie eine Salzspülung für die Nase. Tee trinken wirkt ebenfalls Wunder. Kamillen und Salbei sind entzündungshemmend und für eine Schwitzkur eignet sich Holunder- oder Lindenblütentee.

Positive Wirkungen bei Erkältungen werden auch der Ingwerwurzel zugesprochen. Der Tipp: Vier bis fünf Ingwerscheiben mit kochendem Wasser aufgießen, und ebenfalls als Tee trinken. Vitamin C, Zink und Magnesium stärken außerdem die Abwehr.

Angelika Baumeister
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