LUDWIGSBURG | 08. November 2008

Hockey verliert, Basketball gewinnt

Basketball Ist der große Gewinner, Hockey und mit Abstrichen auch Fußball werden die Verlierer sein. Das ist die Prognose der Sporthochschule Köln für die Entwicklung der Sportlerzahlen in Ludwigsburg bis 2027.

Entwicklung der Aktivenzahlen nach Sportarten

Die Sportökonomen haben für ihre Vorhersage, die sie der Stadt zu Planungszwecken empfehlen, angenommen, dass die Einwohnerzahl Ludwigsburgs in den nächsten zehn Jahren zunächst auf rund 87 000 ansteigt und dann allmählich wieder auf knapp 85 000 abnimmt. Der Anteil der über 50-Jährigen steigt in diesen 20 Jahren deutlich an. Auch der Anteil der nicht deutschstämmigen Ludwigsburger würde in diesem Modell von heute 18,6 Prozent auf 30 Prozent steigen. Zugleich setzen die Forscher in ihrer Studie voraus, dass das durchschnittliche monatliche Haushaltseinkommen pro Jahr um drei Prozent steigt und die Wochenarbeitszeit von heute 28,2 auf 30 Stunden.
Unter diesen Annahmen würde die Zahl der aktiven Basketballer von heute 867 auf 1217 im Jahr 2027 stiegen, sagen die Kölner Wissenschaftler um Professor Christoph Breuer voraus. Das entspricht einem Zuwachs von 40 Prozent. Gleichzeitig müsste die Sportart Hockey einen Rückgang von 27 Prozent verkraften von 943 auf dann nur noch 682 Spieler. Diesen gegenläufigen Trend begründen die Autoren der Studie vor allem mit dem steigenden Migrantenanteil und deren Sporttraditionen. Während Hockey in den wichtigsten Herkunftsländern kaum verbreitet sei, habe Basketball dort seit jeher einen großen Stellenwert.
Für die anderen Sportarten, die die Wissenschaftler untersucht haben, ist die prozentuale Veränderung weniger dramatisch. Fußball würde den Hochrechnungen zufolge fünf Prozent seiner Mitglieder verlieren, Handball dagegen 9,5 Prozent gewinnen. Die Freizeitsportarten Gymnastik und Walking würden um acht und elf Prozent zulegen, was mit der Zunahme des Anteils Älterer an der Gesamtbevölkerung korrespondiert. Die Prognose hatte sich auf diese sechs Sportarten beschränkt.
Insgesamt kann Ludwigsburg damit rechnen, dass die Zahl der sportlich Aktiven um rund sechs Prozent auf fast 47 000 zunimmt. Ähnlich fällt die Vorhersage für die regelmäßig Sporttreibenden, das heißt mindestens einmal pro Woche, aus. Keine großen Verschiebungen erwarten die Kölner Experten zwischen den verschiedenen Anbietern. Die Sportvereine können ihren Berechnungen zufolge mit einem Plus von sieben Prozent am wenigsten zulegen. Doch der Abstand zu den kommerziellen Sportanbietern wie Fitnessstudios (+ sieben Prozent) und zum unorganisierten bzw. privat organisierten Sport (+ 7,5 Prozent) fallen gering aus. Und an der Reihenfolge ändert sich nichts. Der informelle Sport hat klar die meisten Aktiven vor den Vereinen und den kommerziellen Anbietern.

Jürgen Schmidt
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