05. Mai 2008

Hund Ferry holt morgens die Zeitung ins Haus

Samstags ist Ferrys großer Tag: „Komm, wir gehen arbeiten“, sagt da Jürgen Pflugfelder zu seinem Golden Retriever und los geht’s ins Büro des Immobilienunternehmers in der Solitudestraße 49.

Bild: Alfred Drossel


Ferry – der eigentlich sehr würdig Ferdinand heißt – wartet dort dann in Gesellschaft von ein paar Stofftieren ganz geduldig, bis das Beste kommt: der Gang durch die Fußgängerzone zu jenem Lokal, in dem sich sein Herrchen mit Bekannten zum Mittagessen trifft. „Da bleiben oft Leute stehen, schauen und fragen, ob sie ihn streicheln dürften. Ferry liebt das, ganz besonders, wenn Kinder dabei sind“, erzählt Pflugfelder.
Hunde haben ihn durch sein Leben begleitet. Als Kind war da Spitz Bärbel, später der Bernhardinger Georgie, dann der Riesenschnauzer Oskar mit Rauhaardackel Strolch. Und dann kam Ferry.
„Ich hätte ja wieder einen Schnauzer genommen, aber meine Partnerin wollte gerne einen Golden Retriever“, sagt Pflugfelder. Damals vor vier Jahren hat der tapsige Welpe aber sein Herz sofort erobert: „Ich kann es mir gar nicht mehr ohne Ferry vorstellen. Und er hält mich an, mich regelmäßig zu bewegen.“ Bis zu viermal die Woche traben die beiden morgens etwa zehn Kilometer rund um den Asperg.
Daheim ist Ferry vollwertiges Familienmitglied. „Er ist fast mehr Mensch als Tier“, sagt Pflugfelder und lacht. Wenn er morgens eine schwere Pfote auf der Bettdecke spürt, hat der Hund wieder aufgepasst, dass keiner verschläft. Ferry trägt die LKZ vom Briefkasten zum Frühstückstisch und durchaus auch mal Kleinigkeiten zwischen Herrchen und Frauchen im Haus hin und her.
Nur wenn diese beiden abends mal wieder eingeladen sind, muss Ferry allein zu Hause bleiben. „Da schalten wir ihm den Fernseher ein, damit es nicht so still um ihn ist“, gesteht Pflugfelder. Auch Ferrys Lieblingsstofftier, „die Elchkuh Herta von Ikea, etwa so groß wie er selbst“ ist dann ein Trost, bis alle wieder vollzählig daheim versammelt sind.
Dass es Ferry dort gut getroffen hat, sieht jeder auf den ersten Blick: Das semmelblonde Fell schimmert – Ergebnis der täglichen Bürstenmassage und eines ausgefeilten Speisezettels, auf dem neben Trockenfutter gelegentlich auch ein Löffel Olivenöl („gut für die Verdauung“), zweimal die Woche Geflügel und Fisch, einmal wöchentlich ein Ei und hin und wieder eine Portion gedämpfter Reis stehen.
Bis heute spielt Ferry für sein Leben gern und Angst macht ihm so schnell nichts und niemand. „Er ist ein richtiges Wassertier und Feuerwerk bereitet ihm einen Heidenspaß. Nur dem Hamster von Bekannten traut er nicht über den Weg, der beschäftigt ihn mehr als jedes Pferd“, so Jürgen Pflugfelder.
Ein fast perfekter Hund also – wenn da nicht die Sache mit der Schweinegülle wäre. Die steigt ihm so angenehm in die Nase wie Herrchen sein Baldesarini-Duftwasser. „Wenn er da ein frisch gedüngtes Feld findet, ist er nicht zu halten. Da muss er sich drin wälzen.“ Jürgen Pflugfelder nimmt diese Zwischenfälle sportlich: „Da ist dann halt mal wieder eine ausgiebige Dusche fällig.“
Was Ferry noch nicht weiß: Bald sind seine Fähigkeiten als Beschützer und Erzieher gefragt. Denn Herrchen und Frauchen wollen ihr Leben mit einem weiteren Vierbeiner teilen. Leni heißt das Hundebaby, dass in ein paar Monaten im Hause Pflugfelder Einzug halten wird.

Annette de Cerqueira
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