03. März 2008

Kaiser von China

Beginnend mit Qin Shi Hu-ang Di vor 2200 Jahren bis ins 19. Jahrhundert maßten sich die chinesischen Kaiser an, Herrscher der Welt zu sein. Ihr Vermächtnis scheint dies zu bestätigen.

Allein die Grabanlage des ersten Kaisers in Xi’an mit seiner spektakulären Terrakottaarmee misst über fünfzig (!) Quadratkilometer. Er verband die erste Große Mauer zu einer Einheit, die in späteren Jahrhunderten auf eine Gesamtlänge
von über 5500 Kilometer Länge ausgebaut wurde und einen wirksamen Schutz gegen aus dem Norden anrennende Reitervölker darstellte. Sie konnte wohl von Menschen überwunden werden, nicht aber von Pferden.
Die Gigantomanie erreichte während der Ming-Dynastie im ausgehenden Mittelalter mit dem Bau der Minggräber und der Verbotenen Stadt, des Kaiserpalastes in Peking, ihren letzten Höhepunkt.
Eine kleine Spitze am Rande: Wurde eine Frau Konkubine des Kaisers, durfte sie den Palast zu Lebzeiten nicht mehr verlassen. Warum wohl? ... Eindrucksvoll dargestellt wurde der Palast in den Filmen „Der letzte Kaiser“ und, ganz aktuell, „Der Fluch der goldenen Blume“. Den Titelsong „Chrysanthemum Flower Bed“ hört man derzeit in China an jeder Ecke.
Viele Kaiser setzten sich ein Denkmal mit weiteren groß angelegten Bauten und Parks. Die Gesamtfläche der Sommerpalastanlage in Peking mit See und Berg nimmt eine Fläche von 300 Hektar ein. Nicht minder groß der Tiantanpark mit seinen kaiserlichen Altären, darunter der Himmelstempel.
Chinesische Obrigkeitshörigkeit ist demnach tief verwurzelt und macht es den Herrschenden auch heute noch leicht, Großprojekte jedweder Art ohne nennenswerten Widerstand durchzusetzen.
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