13. Februar 2009

Keine Krone, keine Lichtblume

Es ist eine nette Idee: Das Kunstwerk „palast“ kann herumgetragen und als Sitzgelegenheit verwendet werden. Doch gleich im ersten Durchgang fiel das Werk heraus. „Zu wenig ortsbezogen“, so das Urteil der Jury aus Kunstexperten und Kommunalpolitikern. Es stellt nicht das Schloss dar, es ist der Berliner Palast der Republik.

Die „Krone“ von Bernd Zimmer
Bilder: Stadtverwaltung
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„Der König hat eine Kiste vergessen“ von Bernd Hennig
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Die Skulptur „barocco“ von Vanessa Henn
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Videoarbeit zum „Märchengarten“
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Das „Tor“
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Ebenso schied der Entwurf mit zwei Figuren aus, der auf die häufigen Umzüge des herzoglichen Hofes anspielte. Bei der vergoldeten Krone, die „wie hingeworfen“ aussehen soll und für den Standort beim Schloss gedacht war, überwogen laut Jury zu sehr die dekorativen Gesichtspunkte.
Andere Werke schieden in der Konkurrenz aus. So etwa der Entwurf, der eine Lichtchoreographie für den Marktplatz vorsah. Vorgezogen wurde die Holz-Installation um den Brunnen herum, die den Betrachter auf Augenhöhe zum Herzog bringt. Entworfen hat sie der international bekannte Dadaist Timm Ulrichs.
Ähnlich konkurrierten zwei gute Werke für den Arsenalplatz, die Jury entschied sich, ohne nähere Begründung, für die Züricher Videokünstlerin. Ein filigranes Tor, das eine glückliche und eine bedrohliche Seite haben sollte, fiel letztlich ebenso weg wie ein pavillonähnliches Objekt aus Holz.
Für das Projekt waren 18 Werke vorgeschlagen worden, 17 standen zur Wahl – eine amerikanische Künstlerin war aus Kostengründen ausgeschieden. Die Jury hat von diesen sieben Werke ausgesucht (wir berichteten), im Juni wird der Skulpturenweg eröffnet.
Der Gemeinderat hat mit großer Mehrheit zugestimmt – bei acht Gegenstimmen. Stadtrat Roland Schweiß (CDU) wollte nicht seinen Namen damit verbunden sehen. Dass Kunst mehr sein kann als nur figürliche Kunst, dafür warb Elga Burkhardt (LUBU). Sie hofft, dass Führungen im Sommer dazu beitragen, Verständnis und Neugier zu wecken.
Hans-Peter Jans
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