KIRCHHEIM | 29. Oktober 2008

Kirchheim will mehr Angebote für Senioren schaffen

Einen Geburtenüberschuss von 20 Kindern verzeichnete Kirchheim im vergangenen Jahr. Trotzdem ist sich die Gemeindeverwaltung bewusst, dass auch hier der demografische Wandel in Zukunft das Profil der Kommune verändern wird.

So soll laut Weiterrechnung des Statistischen Landesamtes das Durchschnittsalter bis 2025 um 5,7 Jahre auf 45,1 Jahre ansteigen. Ursache ist die steigende Zahl der über 65-Jährigen, und zwar um 6,6 auf 22,9 Prozent. „Ein wichtiges Ziel ist deshalb, dass die Infrastruktur in der Gemeinde erhalten bleibt“, meint Bürgermeister Uwe Seibold.
Um auf die veränderten Wünsche der Senioren einzugehen, wurde vor einem Jahr „Fluks“ gegründet – eine Initiative, die sich der Fortbildung, dem Leben und den Unternehmungen der Kirchheimer Senioren verschrieben hat. Ehrenamtliche bieten dort Angebote für aktive Ältere an, wie Computerkurse, Ausflüge oder Vorträge. Auch der VdK-Ortsverband organisiert zweimal jährlich Ausflüge sowie Kaffee- und Infonachmittage. Dazu gibt es eine Kaffeerunde im Haus am Mühlbach und Kaffeenachmittage des DRK-Ortsvereins.
„In Kirchheim ist das Angebot für Senioren sehr gut“, meint deshalb auch Gerhard Finger, Vorsitzender des VdK-Ortsverbandes.
Mittelfristig will Bürgermeister Uwe Seibold zusammen mit den Nachbargemeinden einen Ringbusverkehr einführen. So bleiben auch die Senioren ohne Auto mobil. Aber die Pläne gehen noch weiter: Die Gemeindeverwaltung sammelt bereits Ideen, wie man Senioren-Wohngemeinschaften oder Mehrgenerationenhäuser umsetzen könnte: „Aber konkrete Pläne gibt es noch nicht. Das steckt alles noch in den Kinderschuhen“, so der Schultes.
Auch bei der Entwicklung von Sportstättenkonzepten muss der demografische Wandel berücksichtigt werden, glaubt der Schultes. So werde man dazu übergehen, kleinere Einheiten in den Sporthallen einzurichten.
Roland Högner von der Wählergemeinschaft wünscht sich vor allem, dass ein Treffpunkt für Ältere eingerichtet wird. Denn er habe schon oft beobachtet, dass aktive Ältere nicht in die klassischen Gruppen gehen wollen, weil sie vom Begriff „Seniorenkreis“ abgeschreckt werden. Allerdings müssten sich für dieses Vorhaben ehrenamtliche Helfer finden, „denn ohne die geht es auch in Kirchheim nicht“, so Högner.
Dieser Herausforderung muss sich auch der evangelische Pfarrer Albrecht Conrad stellen. „Die meisten Senioren fühlen sich einfach noch nicht alt, wenn sie 70 Jahre sind, und nehmen dann nicht an den klassischen Angeboten teil“, so Conrad. Zwar gibt es einmal im Monat einen Seniorenkreis; allerdings beteiligt sich die Kirchengemeinde immer mehr am Fortbildungsprogramm Fluks, um so auch die aktiven Senioren anzusprechen. Wenn man also das Angebot für Senioren betrachtet, meint CDU-Gemeinderätin Dorothee Müller, „stehen wir im Vergleich mit anderen Kommunen unwahrscheinlich gut da“. Aber nicht nur auf vielseitige Angebote für die Rentner, auch auf die Kinderbetreuung wird in Kirchheim viel Wert gelegt. So gibt es in allen Kindergärten im Ort die Möglichkeit, Jungen und Mädchen ab zwei Jahren ganztags betreuen zu lassen.
Um auf den momentanen Anstieg der Kinderzahlen in Kirchheim reagieren zu können, werden auch schon Pläne für ein Kinderhaus geschmiedet. 2010 soll das dann laut Dorothee Müller realisiert werden. Und auch die Schule bietet inzwischen Ganztagesbetreuung mit zusätzlicher Kinderbetreuung in den Ferien an. „Das Einzige, was noch fehlt, sind Betreuungsmöglichkeiten für die unter Zweijährigen“, meint Bürgermeister Uwe Seibold.

Ina Allenhöfer
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