13. Oktober 2008

Leserbriefe zum Thema „Ludwigsburg in Bewegung"

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Hier finden Sie alle Leserbriefe zum Thema, die bislang bei uns eingegangen sind!

Rainer Pfander aus Oßweil kritisiert nach einer Radtour über 1400 Kilometer quer durch Deutschland – von der Insel Rügen bis heim ins Ländle – die Verhältnisse in Ludwigsburg:
Unser Ludwigsburg – die Stadt der Schlösser und Gärten – und inzwischen zu einer namhaften Medienstadt mutiert, hinkt in seinem Radwegnetz einfachen Standards hoffnungslos hinterher.
Bei der Radweg-Planung und -Beschilderung ist sehr wichtig, dass homogene Routen gefunden und Fremden, die zum ersten Mal diesen Verkehrsweg nutzen, eindeutige Richtungsangaben mit Ziel und Entfernungs-Kilometern gezeigt werden. Dies kommt auf der Gemarkung Ludwigsburg nicht mal ansatzweise vor. Mit einem Wort: grottenschlecht!Kommt der Radwanderer beispielsweise auf dem Neckartalradweg flussabwärts geradelt, so hat er bis Remseck und dann wieder ab Marbach eine wunderbare Beschilderung. Dieser Radweg – speziell in den Sommermonaten eigentlich eine Art Autobahn für Radwanderer – weist bei der Poppenweiler Schleuse mit einem bierdeckelgroßen Schildle auf die Stadt Ludwigsburg hin! Es soll Radwandergruppen geben, die schon ungewollt an Ludwigsburg vorbeigefahren sind!Seit über einem Jahr gibt es einen wunderbar asphaltierten Weg, der zwischen Freibad und Schleuse durch den schattigen Lochwald nach Oßweil führt. Dieser gehört deutlich markiert und über die Poppenweilerstraße (Einkehr nach dem Anstieg aus dem Neckartal bei den Kleintierzüchtern sehr beliebt) zum Wettemarkt geführt, der ebenfalls zu einer Rast einlädt.
Dann die Brandenburger Straße rauf bis zur Einmündung der Holsteiner Straße. Dort muss deutlich die Abzweigung zum Radweg nach Ludwigsburg markiert werden. Viele ortsfremde Rad-Ausflügler landen hier im Crailsheimer Weg, der eine Sackgasse ist!
Ist man hier bei der Stadt Ludwigsburg nicht willens oder nicht in der Lage, hier endlich für einen besseren Fahrradverkehr aktiv zu werden? Sollte Letzteres der Fall sein, so geben Experten – die jährlich viele Tausend Kilometer herunterkurbeln – bei den Fahrrad- und Radsport-Vereinen gerne Hilfestellung. Anfrage genügt.

Waldtraud Exner aus Ludwigsburg weist die Kritik von Georg Zeisel am Verhalten der Radfahrer zurück:
Sie dürfen sich nicht wundern, wenn Radler statt auf dem Radweg auf der Straße fahren. Regelmäßig liegt am Samstagmorgen der Radweg Hoferstraße/Schillerdurchlass voller Scherben, verursacht von einigen Rockfabrikbesuchern, die morgens gegen 5 Uhr grölend die Straße entlangziehen. Die obere Hoferstraße ist durch etliche Baumaßnahmen inzwischen so holperig, dass es einem beinahe den Einkaufskorb vom Radständer haut! In der Schillerstraße ist der Radweg oft vor dem Hotel und dem PC-Laden von Autos blockiert, daher Ausweichung wieder auf die Straße. In der Körnerstraße entlang der Wilhelmgalerie ist wohl ein imaginärer Radweg entgegen der Einbahnstraße, doch wissen das die Autofahrer, die von der Wilhelmstraße rechts in die Körnerstraße einbiegen, nicht, weil ja dieser Radweg nicht gekennzeichnet ist. Dieses Sträßle ist auch sehr eng, sodass die Radler gewaltig aufpassen müssen, dass einem ein Auto nicht in die Quere kommt. Einen weiteren Gefahrenpunkt gibt es nach dem Schillerdurchlass. Dort biegen immer noch viele Autofahrer, von der Hoferstraße kommend, links in die Schlachthofstraße ein, obwohl das verboten ist, denn zur selben Zeit haben auch die Radler und Fußgänger an der Überquerung der Schlachthofstraße Grün. Es gibt wohl ein Verbotsschild, aber dieses hängt viel zu hoch! Dass an diesem Übergang schon einmal ein schwerer Unfall passierte, wäre es gut, wenn die Polizei dort präsenter wäre. Schön und gefahrloser wäre es auch für die Radler, wenn das kurze Stück nach dem Schillerdurchlass bis zum Bahnhofsbückele auch als Radweg weitergeführt werden würde. Der Gehweg wäre dafür breit genug. Ja, Ludwigsburg hat schon ein gemischtes Verhältnis zu der radfahrenden Fraktion. Das Geld wird lieber in immer mehr Parkhäuser gesteckt, damit noch mehr Autos in die Innenstadt kommen können!

Manfred Lechler aus Neckarweihingen nimmt zur Studie über die Sportentwicklung in Ludwigsburg Stellung:
Interessiert habe ich ihren Bericht über die Analyse der Befragung der Sporthochschule Köln gelesen.Gewundert habe ich mich über den letzten Abschnitt ihres Berichtes über die „unbekannten Wesen „ die Senioren. Fragen muss ich mich, wo der Gutachter Professor Breuer nachgefragt hat. Vorstellen kann ich mir nicht, dass er bei den Neckarweihinger Vereinen nachgefragt hat. Da besitzen die örtlichen Vereine gut funktionierende Seniorensportgruppen, ob männlich oder weiblich, sei es beim RKV, KSV oder TVN, die sich wöchentlich zum Sport und gemütlichem Zusammensein treffen. Seit über 35 Jahren bin ich Angehöriger einer II.-Weg-Sportgruppe im TVN und ich möchte all die schönen Stunden, die ich in diesem Kreis erleben durfte nicht missen .Sei es bei den Freitagabend-Sporttreffs mit Gymnastik, Ballspielen in der Halle oder in den Sommermonaten auf dem Sportplatz unter Anleitung eines versierten Sportlehrers. Auch der gesellige Teil kommt nicht zu kurz. Es würde zu weit führen, wenn ich im Einzelnen alle Aktionen der sogenannten „unbekannten Wesen“ hier aufführen würde, doch eines möchte ich noch anmerken, dass in dieser sehr gut geführten Gemeinschaft von Freunden auch die Mithilfe am Menschen nicht vergessen wird. Ich selbst spüre diese wunderbare Aktivität, da ich seit 2 Jahren durch einen Schlaganfall halbseitig gelähmt bin und im Rollstuhl sitze, seither bekomme ich täglich, außer an Tagen, die ich in der Tagespflege beim ASB verbringe, Besuch von meinen Sportfreunden.
Eine Einrichtung, für die ich sehr dankbar bin und jedem, der sich in der gleichen Lage befindet, gönnen würde.Bitte haben Sie Verständnis, wenn ich den Ausdruck „unbekanntes Wesen“ nicht verstehen kann und den Wissenschaftlern aus Köln einmal einen Besuch am Freitagabend in der Neckarweihinger Sporthalle Karl-Diem-Straße empfehlen würde.

Für Helmut Wöhner aus Oßweil geht der Ausbau viel zu langsam voran:
Der Bauausschuss hat im Juli 2003 beschlossen, im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplanes Ludwigsburg das Radverkehrzielnetz bis zum Jahre 2010 zu verwirklichen. Der „Pferdefuß“ dabei: „vorbehaltlich der Finanzierungsmöglichkeit“. Ende 2008 ist davon noch wenig zu sehen. Eine Bitte an die Mehrheit der Stadträte: Beschleunigen Sie den Ausbau des Radverkehrzielnetzes! Dringlichste Aufgaben sind in meiner Auffassung nach:1. Querung der B 27 im Bereich Stuttgarter Straße/Robert-Frank-Allee: Die Stadtverwaltung hat meiner Meinung nach einer sehr brauchbaren Vorschlag gemacht, doch der fiel auf keine Gegenliebe bei der Mehrheit des Gemeinderates. Jetzt will man einen „Sicherheitsaudit“ – wieder Verzögerung!
Lieber wäre mir so etwas für den Knoten B 27/Friedrich-Ebert-Straße: Radweg in Gegenrichtung auf der Nordseite der Friedrich-Ebert-Straße, zumal der Radweg schon in der Robert-Franck-Allee in Gegenrichtung auf der Nordseite ist. Aber das scheitert wahrscheinlich an der Signalisierung.
Langfristig oder bei Erneuerung des Belags in der Robert-Franck-Allee könnte man daran denken, zwei Radwege mit je 1,60 Meter anzulegen. Dann hätte man genug Raum, um die drei Fahrstreifen für den Kfz-Verkehr unterzubringen, einschließlich Linksabbiegestreifen auf der Südseite.
Man hätte dann durchgängig den Radweg auf beiden Seiten, ohne die bekannten Probleme bei Zweirichtungsradwegen in bebauten Gebieten.
2. Zwischen der Eisenbahnstraße (Radweg in Gegenrichtung) und der Straße „Vor dem Wald“ (Querstraße zu der Solitudeallee) liegt an der Grenze zu Kornwestheim ein Trampelpfad. Er ist bei Regen schlammig. Diese Verbindung sollte asphaltiert werden.
3. Unterführung der Schorndorfer Straße beim „Stern“ östlich der B 27: Nördlich ist eine Rampe vorhanden, aber südlich sind nur Treppen. Hier sollte auch eine Rampe hergestellt werden.
4. Bahnhofsbereich: Hier sollte im Zuge mit dem Westausgang und dem Busbahnhof grundsätzlich an eine neue Lösung gedacht werden.
5. Über die Schleuse Poppenweiler führt ein Gehweg, den viele Radfahrer benutzen. Die Verbindung zum Weinbergweg über die L 1100 ist nur über Treppen zu erreichen. Hier wäre eine ovale Rampe wünschenswert.
6. Landschaftspark Neckar, Hoheneck: Hier sollte ein getrennter Geh- und Radweg entstehen, mit Berücksichtigung des Kanu-Betriebes. Besonders an schönen Wochenenden entstehen hier Störungen zwischen Fußgängern und Radfahrern.

Albrecht Wilckens aus Ludwigsburg hat Verbesserungsvorschläge aber auch ein Lob für die städtischen Radwegplaner:
Am vordringlichsten sollte die Erreichbarkeit des Marktplatzes verbessert werden, sowohl aus Richtung Bahnhof/Weststadt und aus Richtung Oststadt.
Wilhelm- und Arsenalstraße sind – nach dem Bürgerentscheid 1999 – die gleichen Autobahnen geblieben, die sie schon vorher waren.
Als Nächstes muss eine barrierelose Querung der Stern-Kreuzung in Nord-Süd-Richtung realisiert werden.
Es ist der blanke Hohn, Radfahrer und alle anderen, die auf „kleinen Rädern“ unterwegs sind, nach der Unterführung unter der Schorndorfer Straße an einer Treppe stranden zu lassen.
Der Schillerdurchlass ist die nächste Stelle. Fußgänger und Radfahrer werden zusammen auf einen engen Weg gequetscht, während für die Autos in jede Richtung gleich zwei Fahrspuren zur Verfügung stehen. Und das, obwohl sämtliche vor- und nachgelagerten Straßen nur einspurig sind.
Dann befürworte ich noch eine bessere Erreichbarkeit der Südstadt von der Innenstadt aus.
Ein Lob kann dankenswerterweise auch verteilt werden: in Pflugfelden wurde der Grünzug zwischen Siemensstraße/ Steinbeisstraße/Hoffeldstraße bis zur Eglosheimer Straße für den friedlichen Verkehr neu gestaltet und bietet jetzt eine wunderbar zu fahrende Verbindung.

Angelika Kröhne aus Ludwigsburg:
Ich wohne seit über zehn Jahren in Ludwigsburg und fahre täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit. Darüberhinaus erledige ich auch die meisten Besorgungen in der Stadt mit dem Fahrrad. Gleich zu Anfang ist mir, wie Sie auch in ihrem Artikel in Ihrer letzten Samstagsausgabe erwähnt haben, aufgefallen, dass in Ludwigsburg manche Fahrradwege nur in eine Richtung führen und manche davon abrupt enden.
Vieles ist in den letzten Jahren schon verbessert worden. Dennoch gibt es die eine oder andere gefährliche Passage für Radfahrer insbesondere in der Innenstadt. Zum Beispiel die Strecke zwischen Bahnhof und Wilhelmgalerie. Das Teilstück Arsenalstraße ist meiner Meinung nach durch die bauliche Veränderung gefährlicher geworden.Dort ist etwa auf Höhe der Buchhandlung Aigner auf der Mittellinie eine Erhöhung angebracht. Da die Autofahrer bei Überholmanövern nicht auf die Gegenfahrbahn ausweichen können, schrammen sie bei diesen sehr nah an den Radfahrern vorbei. Meist bleibt einem dann nur die Möglichkeit auf die Rechtsabbiegerspur oder die gepflasterte Bushaltestelle auszuweichen.
Hier wäre mein Vorschlag, den breiten Fußgängerweg, der um den Arsenalparkplatz herumführt, auch für Radfahrer freizugeben.

Oswald Lambrecht aus Ludwigsburg-Neckarweihingen:
Wie Sie richtig berichtet haben, ist das Radfahren ein sehr gesundes, umweltfreundliches Fortbewegungsmittel. Damit kann man auch größere Einkäufe durchführen, man kann damit Arzt-Termine wahrnehmen und das ohne Parkprobleme, auch wenn man über 70 Jahre ist.
Um die Ziele, auch wenn man unser schönes Ludwigsburg und Umgebung erkunden will, unfallsicher und fahrradfreundlich erreichen zu können, wären viele Verbesserungen wünschenswert, auch für uns Neckarweihinger. Am schönsten von hier kommen wir nach Ludwigsburg über Neckarsteg und Heilbadweg. Nach sehr langer Umbauzeit im Bereich Ufer-, Ludwigsburger Straße sowie Heimengasse in Hoheneck sieht es im Augenblick nicht aus, dass trotz aufwändiger Umbautätigkeit den Erfordernissen der Radfahrer Rechnung getragen wird.
Der schöne breite Neckarsteg, welcher vorsichtig und mit Rücksicht auf Fußgänger und Hunde auch mit dem Rad befahren werden kann, ist offiziell dafür nicht freigegeben, obwohl es in nicht so ferner Vergangenheit hier ein Schild gegeben hat, welches Radfahren auf dem Steg amtlich erlaubt hat. Angeblich sei das Verbot wegen des niederen Gelände notwendig (Gott sei Dank gibt es am Marbacher Neckarsteg keine solche Einschränkung mehr).Wenn wir den Steg überquert haben, kommt bis zur Uferstraße ein Stück Weg mit extrem vielen Schlaglöchern. In den letzten Tagen wurden hier einige Schaufeln Teer hingebracht, was keinerlei Verbesserung für Radfahrer gebracht hat.
Wenn man dann die im Bau befindliche Uferstraße quert, Richtung Heilbadweg, konnte man bisher auf dem Höhenweg rechts der Uferstraße Richtung Marbacher Straße, abseits vom Autoverkehr fahren. Nun werden hier Randsteine so vermauert, dass man meint, hier wird es nicht mehr möglich sein mit dem Rad auf diesen erhöhten Weg fahren zu können. Somit bitte ich dringend, dass die Stadtverwaltung dort dafür sorgt, dass im Zuge dieser Umbaumaßnahmen das Wegstück vom Neckarsteg bis Uferstraße richtig saniert und gerichtet wird und der Übergang zum Heilbadweg und die Auffahrt zum erhöhten Parallelweg zur Marbacher Straße wieder fahrradfreundlich und unfallsicher hergestellt wird.
Gerne sind wir vom RSC Komet Ludwigsburg im Rahmen unserer geführten Radtouren bereit, Teilnehmern die leider noch sehr wenigen schöne Radwege im Stadtbereich zu zeigen, wo man unfallsicher und abgasarm fahren kann.Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass Ludwigsburg fahrradfreundlich werden kann wie Bietigheim, Heidelberg und Freiburg. Vielleicht wenn maßgebende Personen der Stadtverwaltung auch öfters auf das Rad steigen und die Probleme vor Ort erkennen können.

Georg Kummermehr aus Kornwestheim:
Der Radweg auf der die Autobahnbrücke entlang der Ludwigsburger Straße in Richtung „Im Waldeck“ ist nicht zu empfehlen.
1. Der Radweg über die Brücke ist zu schmal. Was noch schlimmer ist: das Geländer zur Autobahn ist zu nieder, so dass es bei einer Berührung des Geländers zum Sturz auf die Autobahn führen kann. Die Folgen sind leicht vorstellbar.2. Beim Verlassen des Geh- und Radweges in Richtung Waldäcker gibt es keine Absenkung der Bordsteine. Hier muss man absteigen, um die Straße zu überqueren, oder einen Schaden der Räder riskieren.

Dietrich und Inge Mardicke aus Ludwigsburg:
Bei einer Fahrradtour rund um Deutschlands Grenzen lernt man viele Möglichkeiten der Radwegegestaltung innerhalb und außerhalb der Städte und Ortschaften in den unterschiedlichsten Regionen der Bundesrepublik kennen. Zwischen sehr gut und verbesserungswürdig, könnte das Fazit lauten.
Sieht man sich die Radwegesituation in Ludwigsburg an, da fehlen einem die Worte.
Gäbe es eine Rangliste über radfahrerfreundliche Städte in der BRD, Ludwigsburg wäre mit Sicherheit unter den letzten fünf zu finden. Es ist sicher nicht einfach, in ein bestehendes Straßennetz, das vom Autoverkehr bereits ausgelastet ist, ein Radwegenetz zu integrieren, das allen Ansprüchen gerecht wird. Aber andere Städte stehen oder standen vor dem gleichen Problem und haben zum großen Teil gute Lösungen, die immer Kompromisse sein werden, gefunden.
Wie sehen in Ludwigsburg die Kompromisse aus?
In der Solitudestraße löst man das Problem mit einem Halteverbot auf der östlichen Straßenseite. Dort wohnen doch sicher auch Familien mit kleinen Kindern. Als Großvater kenne ich die Schwierigkeiten, die nicht leichten Kinderwägen und Sicherheitssitze im Auto unterzubringen. Sollen das, in der Regel die Mütter, in den bereits voll geparkten Nebenstraßen erledigen? Was man dort den Anwohnern zumutet, ist unglaublich.
Zur Einweihung der Wilhelmgalerie vor einem Jahr wurde in der Körnerstraße von der Asperger Straße in Richtung Wilhelmstraße etwa zehn Meter lang ein Radweg entgegen des Einbahnverkehrs markiert. Ist das neuester Stand der Technik?
Dem entspricht der Radweg in der Hoferstraße zwischen Martin-Luther-Straße und Schiller-Durchlass. Das sind rund 150 Meter. Ist das nicht etwas wenig für eine Stadt wie Ludwigsburg?
Ein weiterer Schwachpunkt ist die Beschilderung der wenigen vorhandenen Radwege. Die spärlich vorhandenen Wegweiser, ca. 13 mal 13 Zentimeter groß (also viel zu klein), sind über eine Kreuzung hinweg selbst mit einem leistungsstarken Fernglas kaum zu sehen. Wie sollen sich da Ortsfremde zurechtfinden?
Der Radweg in der Solitudestraße sei eine „überregionale Radstraße“, war in einem Zeitungsbericht zu lesen. Wo wird man darauf hingewiesen?
Schon in Marbach oder Neckarrems kann man sehen, wie es besser gemacht wird.
Am Ende der Radfahrerdemonstration am vergangenen Freitag wurde zur nächsten Demonstration in zwei Jahren eingeladen. Das kann wohl nicht wahr sein. Es muss doch möglich sein, in zwei Jahren in der Stadt ein Radwegenetz zu installieren, das eine weitere Demonstration unnötig macht.

Stefan Kunze aus Ludwigsburg zur Fahrraddemonstration am 10.10.2008:
Es tut sich etwas in Ludwigsburg- die Fahrraddemo hat dies bewiesen. Jetzt darf man aber nicht locker lassen und sich durch irgendwelche Versprechen einlullen lassen.
Es wird Zeit, dass in Ludwigsburg endlich der Fußgänger und der Fahrradfahrer den Platz zurück bekommt, den er benötigt, um gefahrlos und entspannt zum Ziel zu kommen. Es wird Zeit, endlich damit aufzuhören, den Autoverkehr so einseitig zu bevorzugen. Dabei könnte es so einfach sein: Schaffen Sie, liebe Verantwortliche, diese sinnlosen Kurzzeitparkplätze ab! Damit würde man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Es hätte ein Ende mit diesem nervigen und quälenden Parkplatzsuchverkehr und würde Raum für Fußgänger und Fahrradfahrer schaffen. Parkhäuser gibt es in Ludwigsburg wirklich genug! Machen Sie den Bürgern freundlich, aber unmissverständlich klar, dass man nicht alle Ziele in der Stadt direkt mit dem Auto erreichen kann. Fünf bis zehn Minuten Fußweg müssen immer drin sein. Das ist für die menschliche Gesundheit und das Klima in der Stadt sowieso besser. Erweitern Sie den öffentlichen Raum für die Fußgänger, damit es wieder Spaß macht, in der Stadt zu bummeln. Verbannen Sie deshalb auch sämtliche Auslagen und Stellschilder auf den Gehwegen vor den Läden. Es ist wirklich unverschämt, wie mancher Einzelhändler den Fußgängern auf diese Weise den Platz wegnimmt. Markieren Sie Fahrradwege, auf denen man keine Angst haben muss, von einem Autofahrer übersehen zu werden. Wie oft ist der Weg zugeparkt, wie schnell geht eine Fahrertür auf. Dann endet der Radfahrer mitunter im Krankenhaus.
Es muss endlich damit Schluss sein, dass die Lobby der Einzelhändler und die Lobby der Autofahrer in Ludwigsburg das verkehrspolitische Sagen hat. Es wird höchste Zeit, dass sich in Ludwigsburg eine Lobby für Gesundheit und Klimaschutz entwickelt und sich vehement und offensiv zu Wort meldet. Der Beginn ist gemacht! Und das ist wirklich gut so!

Maja Farian aus Ludwigsburg:
Ich fahre fast jeden Tag mit dem Fahrrad - oft mit meiner Tochter hinten auf dem Fahrradsitz oder im Anhänger - von Hoheneck in die Stadt (zu den Innenstadtschulen).
Dabei ärgere ich mich jedes Mal darüber, dass die Unterführung neben der B27 unter der Schorndorfer Straße hindurch nur auf der einen Seite eine Rampe hat, die mit dem Fahrrad zu befahren ist. Auf der anderen Seite muss man das Fahrrad in einer engen Rinne nach oben schieben, und das auch noch über Eck. Mit dem Kindersitz hinten drauf oder gar einem Anhänger hinten am Fahrrad ist diese Lösung gar nicht möglich, da muss ich einen Umweg über mehrere Ampeln über die Wilhelmstraße und den Rathausplatz in Kauf nehmen.
Selbst wenn ich Bratsche und Sporttasche hinten auf das Fahrrad geschnallt habe habe ich Probleme, aus der Unterführung wieder heraus zu kommen (sperrig - eng, schwer - steil).
So wie mir geht es vielen anderen Radlern, die von Richtung Hoheneck/ Schloss kommen, z.B. auch einer großen Anzahl an Schülern auf dem Schulweg oder auch schwächeren Menschen, denen es schwer fallen könnte, ihr Fahrrad eine enge Rinne hochzuschieben.
Ein zweites Ärgernis ist die Ampel über die Bottwartalstraße an der Einmündung Reichertshalde. Wie viele unzählige Minuten und Stunden ich in der Summe schon an dieser Ampel gestanden bin, weil sie einfach nicht grün wurde! Dabei führt über diese Ampel der offizielle Radweg von Hoheneck/ Freiberg her in Richtung Innenstadt.
Man kann es den vielen Radlern nicht verdenken, die entweder über Rot fahren, weil sie nicht länger warten wollen oder sogar denken, die Ampel sei kaputt, oder die abwärts auf der rechten Straßenseite bleiben (wo kein offizieller Radweg verläuft).
Wieso kann diese Ampel nicht (wie es z.B. übrigens die nächste Ampel über die Bottwartalstraße in Hoheneck - an Weg hinunter zum Neckar - auf vorbildliche Art und Weise tut) nach Bedarf SCHNELL auf Grün schalten?

Roswitha Renk aus Ludwigsburg:
Ich fahre öfters von Oßweil in die Inndenstadt über den Radweg an der Fuchshof straße. Diese Verbindung ist echt prima, wenn da nicht der Abschnitt wäre, wo selbst eine geschlossene Sprudelflasche zum Platzen kommt oder frische Eier erst gar nicht auf dem Markt gekauft werden!!!! Warum, weil der Untergrund so holprig ist!!!
Es geht um den Abschnitt Eishalle, vorbei am Stadionbad, über den Parkplatz zur Rad- und Fußgängerampel über die Osstraße.(Oststadtschule)
Der Eingangbereich direkt vor dem Schwimmbad (nicht der Parkplatz) sieht nicht schlecht aus, er hat sich aber stark gesenkt, sodass es sehr uneben ist. Die "ruhigste" Linie ist die, auf den abgesetzten hellen Steinen. Hinfahren und ausprobieren.

Georg Zeisel aus Remseck:
Ob es in Ludwigsburg oder Umgebung zuviel oder zuwenig Radfahrwege gibt, mag ich nicht zu beurteilen: für die paar mal die ich mit dem Fahrrad unterwegs bin, reichen mir die vollkommen. Ihr Radfahrerbeklagt euch, ihr habt zuwenig Radfahrwege- dann wundert es mich, warum ihr die nicht benutzen könnt, wenn Sie schon mal vorhanden sind! Was uns Autofahrer nervt: ihr Radfahrer stimmt bei jeder sich bietenden Gelegenheit das grosse Wehklagen an.!
Aber,warum müsst ihr denn im neben dem Radweg fahren, wenn denn schon mal einer da ist? Gelten für euch keine Verkehersregeln, wie rote Ampeln, Vorfahrt beachten usw....? Ihr führt euch in den meisten Fällen auf, als seit ihr die einzigen Verkehrsteilnehmer! Darüber sollten ihr euch erstmal Gedanken machen, bevor ihr nach noch mehr Radwegen schreit! Dann doch lieber das Geld für die Radwege in den Ausbau neuer Strassen für die Autofahrer investieren- diese bleiben wenigstens in den meisten Fällen auf der Strasse und fahren nicht verbotenerweise auf den Radwegen!
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