10. Oktober 2008

Maßarbeit für die Nacht

(akz) – Niemand kauft eine Hose oder ein Paar Schuhe, ohne sich zu vergewissern, ob sie wirklich passen. Doch beim Bettenkauf kommt Vergleichbares immer wieder vor: Zudecken, Kissen, Matratzen oder Lattenroste werden immer wieder „im Vorbeigehen“ und ohne wirkliche Fachberatung mitgenommen.

Foto: Röwa

Dass diese Vorgehensweise unklug, mitunter sogar schädlich für die Gesundheit ist, liegt auf der Hand. Denn genau wie ein Schuh in 38 einer Frau mit Schuhgröße 40 nicht passt, so unterscheiden sich auch die Anforderung einer jungen leichten Frau an ihr Bett von denen eines älteren schweren Mannes.
Zwar können vor allem jüngere Menschen mit einem preisgünstigen Spontankauf eine Zeitlang zurecht kommen, nicht selten aber rächt sich die fehlende Sorgfalt langfristig. Rückenschmerzen im Alter sind nämlich oftmals die Folge einer falschen, schlechten oder zu lange benutzten Matratze in jungen Jahren.
Das bedeutet: Niemand sollte seine Bettausstattung ohne eine individuelle Beratung mit ausgiebigem Probeliegen kaufen. Denn nur so ist gewährleistet, dass Matratze und Lattenrost den jeweiligen Bedürfnissen entsprechen. Welches Bettsystem passt, hängt von einer ganzen Reihe von Faktoren ab: Körpergewicht, Größe, Schlafgewohnheiten, Feuchtigkeitsabgabe, Rückenprobleme des Schläfers etc.
Die Wahl der geeigneten Matratze ist damit also eine echte Maßarbeit. Und dafür sollte man sich schon ein wenig Zeit nehmen. So geht es beispielsweise in vielen Bettenfachgeschäften zu wie beim Maßschneider. Der Kunde wird nämlich vor der Beratung ausgiebig vermessen.
Zum Erfassen der wichtigsten Körpermerkmale, welche die Auswahl und individuelle Einstellung des Bettsystems bestimmen, nutzt der Bettenberater dabei immer öfter ausgeklügelte Messsysteme. Gemeinsam mit dem Kunden kann er so die künftige Liegefläche nach ergonomischen Gesichtspunkten und individuellen Vorlieben auswählen.
Maßarbeit gibt es aber nicht nur bei Bettsystemen. Auch bei Zudecken werden mittlerweile regelrechte Bedarfsanalysen angestellt. Schließlich sind auch hier die Bedürfnisse zum Teil höchst unterschiedlich und verändern sich im Laufe der Zeit zum Teil erheblich (Stichwort: Wechseljahre). Gute Bettenfachgeschäfte nehmen deshalb spezielle Wärmebedarfs-Analysen bei ihren Kunden vor, um die individuell richtige Decke auszuwählen.
Als Nonplusultra kann man dann seine Zudecke noch individuell füllen lassen. Dabei sucht man sich aus verschiedenen Qualitäten die am besten geeignete Federn- oder Daunensorte aus und lässt sie dann vom Bettenhändler in einen ebenfalls eigens ausgewählten Bezug füllen. Mehr Individualität geht nicht.

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