


Karibische Nacht mit Exotik und toller StimmungAls Süßholz bezeichnet man die Wurzel der Süßholzpflanze, aus deren eingedicktem Saft Lakritze hergestellt wird. Von der Wurzel kommt dabei nicht nur der Geschmack, sondern auch die dunkle Farbe der Nascherei.
Davon sollte man aber nicht zu viel verzehren. Darauf weist der Ludwigsburger Apotheker Dr. Eberhard Klünder hin. „Wer zu Bluthochdruck neigt, sollte aufpassen, denn die Süßholzwurzel wirkt blutdrucksteigernd“, sagt Dr. Klünder.
Wer weiß, wie Lakritz entsteht, kann auch die Redensart vom „Süßholz raspeln“ schnell deuten. Denn es sind die geraspelten Wurzelstöcke, aus denen seit jeher Süßwaren hergestellt werden.
Früher war Süßes aber im Gegensatz zu heute purer Luxus und somit ideal, um anderen Menschen damit zu schmeicheln. Wer „Süßholz raspelt“ beherrscht das auf jeden Fall perfekt. Doch der typische Geschmack ist nur eine Facette der Süßholzwurzel. Gut dokumentiert und untersucht ist Dr. Klünder zufolge auch die Wirkung des Sudes aus den gelblichen Wurzelknollen der bis zu zwei Meter hohen Süßholzstaude bei Atemwegs- sowie Magen- und Darmerkrankungen. Schon die alten Griechen und die alten Ägypter verwendeten das Süßholz gegen solche Beschwerden. Und auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin zählt die Süßholzwurzel zu den 50 Basiskräutern. Kein Wunder, denn der Hauptinhaltsstoff Glycyrrhizin macht nicht nur süß, sondern hat auch eine entzündungshemmende und schleimlösende Wirkung. Deshalb ist Süßholz auch häufig in Hustensäften enthalten. Zusätzlich hemmen die in der Wurzel enthaltenen Flavanoide das Wachstum von Bakterien, Pilzen und Viren. Extrakte der Süßholzwurzel schützen außerdem die Magenschleimhaut, indem sie die Ausschüttung von Magensäure herabsetzen und krampflösend wirken. Auszüge helfen aber auch unterstützend bei Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren.
Aus Süßholz kann man beispielsweise einen Tee aufbrühen, doch davon sollte nicht zu viel getrunken werden, da die Wurzel eben auch Nebenwirkungen hat. Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes oder eingeschränkter Nierenfunktion sollten wegen der Wirkung auf das körpereigene Cortison und Aldosteron auf Süßholz verzichten.
Der Apotheker Dr. Eberhard Klünder empfiehlt generell, stets nur eine Tee- oder Arzneimischung, der Süßholz lediglich beigefügt ist, zu verwenden. Bei den gängigen pflanzlichen Magentropfen oder Hustentees sei Süßholz immer mit enthalten, merkt der Apotheker an. „Es handelt sich um eine sehr wertvolle Pflanze, die im europäischen Arzneibuch beschrieben ist und damit eindeutig zu unseren Arzneimittelschätzen zählt“, betont Dr. Klünder.
Seiner Erfahrung nach sind pflanzliche Medikamente gerade bei Erkältungen oder Magen- und Darmproblemen wieder verstärkt gefragt, nachdem sie lange Zeit in Vergessenheit geraten waren. „Viele Menschen schwören jetzt wieder auf natürliche Heilmittel“, so der Apotheker.






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