LUDWIGSBURG | 08. September 2008

Messe-Macher müssen keine Trauer tragen

Wer ein Mega-Fest wie die Venezianische Messe organisiert, hat immer eine launische Diva mit dabei: das Wetter. Und das zeigte sein ganzes Repertoire. Die Maskenschau wurde nass, aber sie soff nicht ab. Und beim furiosen Finale gestern Abend gab‘s nur strahlende Gesichter.

Bilder: Alfred Drossel

Die Freitagabendprozession der Kostümträger vom Bahnhof zum Marktplatz war ein Auftakt nach Maß. „Wir hatten 5000 zahlende Besucher auf dem Marktplatz“, so Veranstaltungsleiter Martin Boy vom städtischen Tourismus-Fachbereich. Und so um die 20 000 Zuschauer säumten die Mylius- und die Wilhelmstraße.
Am Samstag übernahm der Regen die Schirmherrschaft und das ausgerechnet am Abend, wo auf den zehn Bühnen Show an Show angesagt war. Aber die Messe-Macher haben auch bei schlechtem Wetter Fantasie. Der künstlerische Leiter Rainer Kittel lobt Akteure und Besucher: „Wir haben trotzdem ein superkompaktes Abendprogramm geschafft. Alle Open-Air-Sachen wurde in die Stadtkirche verlegt. Und die Besucher sind geströmt und waren begeistert. Nur drei Auftritte mussten ganz abgesagt werden.“
Aber viele blieben zu Hause im Trockenen. So zahlten am Samstag nur 6500 Besucher Eintritt. Am gestrigen Sonntag lachten die Macher mit der Sonne um die Wette: 12 000 Gäste kamen auf den Marktplatz. Fachbereichsleiter Thomas Schärer: „Insgesamt sind wir natürlich zufrieden.“
Mehr als zufrieden über seinen Besuch war der Tourismus-Bürgermeister von Venedig. Schärer: „Der war völlig beeindruckt. Meinte zur Prozession: ‚Sowas gibt es bei uns in Venedig nicht‘.“
Nicht richtig zufrieden waren etliche Besucher mit neun Euro Eintritt pro Erwachsenem. „Too much“ (zu viel) meinte Jim Libal aus den USA. „Teuer, aber lohnt sich“, sagte Tanja Knodel aus Ludwigsburg. Herlinde Schmeiß aus Illingen zahlte nichts. Sie blieb hinter der Absperrung.

Wilfried Hahn
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