LUDWIGSBURG | 03. Februar 2009

Mit Hip-Hop gegen Gewalt

Wie viel Kraft und Mut man aus Hip-Hop ziehen kann, weiß Timo Hermes, Manager des Ludwigsburger Labels Doep.Recordz, aus eigener Erfahrung. Um diese weiterzugeben, engagiert er sich mit Künstlern seines Labels für das neue Projekt „Keep cool“ der Kinder- und Jugendhilfe der Karlshöhe.

Bild: privat

Das Ludwigsburger Musiklabel Doep.Recordz hat für das Projekt „Keep cool“ ein Lied produziert. Dieses ist Teil eines von Studierenden des Studiengangs Digitale Medien an der Berufsakademie Mannheim entwickelten Konzeptes, um „Keep cool“ unter Jugendlichen bekannter zu machen.
„Keep cool“ ist ein Anti-Aggressivitäts-Training, in dem Kinder und Jugendliche mit ihrem eigenen Verhalten konfrontiert werden. Das Ziel: Die Jugendlichen sollen mehr Selbstkontrolle erlernen.
Im Frühjahr möchte die Jugendhilfe mit Ständen an Schulen und im öffentlichen Raum ihr Angebot zur Gewaltprävention vorstellen. „Unser Keep-cool-Song ist dabei das Zugpferd“, erläutert Labelmanager Timo Hermes. Grundtenor des Songs ist die Frage an die Jugendlichen: „Was bringt euch dazu, soviel Hass, Stress und Leid zu verursachen?“ In einem flotten Rap wird durch den Wechsel von Frage und Antwort den Kids aufgezeigt, dass es immer auch einen Weg raus aus der Spirale von Frust und Gewalt gibt.
„Wir distanzieren uns von den Gangsterrappern und wollen positive Sachen vermitteln“, sagt Hermes. Der Song soll die Jugendlichen in ihrem Alltag abholen und macht Mut, das eigene Leben in die Hand zu nehmen und zu verändern.
Dass es „immer einen Ausweg gibt“, wenn man auf einen falschen Weg abgekommen ist, weiß Hermes aus eigener Erfahrung. „Ich hatte die Schule ohne Abschluss abgebrochen“, erzählt er. „Doch dann habe ich die Kurve wieder gekriegt, den Hauptschulabschluss nachgeholt und in der Abendschule noch die mittlere Reife gemacht.“
Geholfen habe ihm dabei der Hip-Hop, das Wissen, dass er mit seinen Problemen nicht alleine ist. Denn Hip-Hop sei „die Essenz aus den persönlich Erfahrungen anderer“. „Daraus habe ich gelernt und es dann umgesetzt“, erzählt der 26-Jährige.
Den „Keep-cool-Song“ und weitere vier Lieder, die Doep.Recordz für das Projekt zusammengestellt hat, können sich die Jugendlichen an den im Frühjahr von der Jugendhilfe aufgebauten Ständen auf ihre Handys laden.
Timo Hermes und die Sänger seines Labels werden als Ansprechpartner für die Kinder und Jugendlichen auch vor Ort sein.

Luitgard Gröger
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