08. Oktober 2008

Neue Muster für das Parkett

(tmn) – Wild gemustert oder unauffällig, aufwendig oder schlicht, klassisch oder modern: Parkett lässt sich heute zu den unterschiedlichsten Wohnstilen passend verlegen. Von Jahr zu Jahr sind mehr Hölzer mit ganz spezifischen Maserungen und den verschiedensten Färbungen zu haben. Durch ihre Anordnung auf dem Boden werden sie immer neu in Szene gesetzt.

Bild: Fertighauswelt Hannover/dpa/tmn

„Parkett ist sicherlich auch deshalb so beliebt, weil es sich in den Megatrend der Individualisierung einfügt: Im Parkett findet jeder seinen ganz individuellen Ausdruck“, sagt Rudolf Schricker aus Stuttgart, Präsident des Bundes Deutscher Innenarchitekten (BDIA).
„Viele private Wohnungen sind puristisch oder minimalistisch eingerichtet“, so Schricker weiter. Der Holzcharakter des Parketts bringe eine belebende Dekornote hinein. Angesagt seien derzeit klare Linien und geometrische Muster.
Vielseitige Möglichkeiten dafür bietet Stabparkett: „Der Trend geht ganz eindeutig hin zu großen, breiten Stäben“, beobachtet Joachim Barth, Bundesinnungsmeister im Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik in Berlin. Selbst in kleinen Räumen sorgen sie für ein großzügiges Ambiente. Die Stäbe werden zum gleichmäßigen Englischen oder Oxford-Verband, zum Parallelverband oder auch zum Schiffsbodenmuster kombiniert.
Eine Abwandlung des beliebten Schiffsbodens ist der sogenannte Wilde Verband: Parkettstab wird einfach an Parkettstab gereiht. Das Reststück einer fertigen Reihe wird immer zum Anfangsstück für die nächste oder übernächste Reihe. Diese unregelmäßige Anordnung wirkt deutlich lebhafter als die klassischen Verbände. Durch die Kombination verschiedener Formate oder gar verschiedener Farbtöne kann zusätzlich Abwechslung ins Spiel kommen.
„Um den Materialbedarf zu ermitteln, sollte das Muster immer vorab anhand einer Bodenskizze genau geplant werden“, erklärt Christoph Windscheif, Sprecher des Verbands der Deutschen Parkettindustrie in Bad Honnef.
Dabei bestimmt die Ausrichtung der Stäbe die optische Raumwirkung. „Wird beispielsweise ein Englischer Verband parallel zur längsten Seite des Raums verlegt, so wirkt der Raum länger“, erklärt der Experte. „Wenn er hingegen parallel zur kurzen Seite verlegt wird, wirkt der Raum breiter, als er tatsächlich ist.“
Auch eine diagonale Verlegung ist möglich. „Manchmal bietet es sich an, Linien aufzunehmen – eine schräge Wand, eine Eingangstür im 45-Grad-Winkel oder auch eine Kaminplatte“, rät Barth. Allerdings ist eine diagonale Verlegung in der Planung anspruchsvoller. Außerdem sind der Verschnitt und damit die Materialkosten höher.
Zeitlose, geradlinige Alternativen zu den Längsmustern sind Würfel-, Kassetten- oder auch Flechtmuster. Sie haben keinen Einfluss auf die optische Wirkung der Raumdimension. Das gilt auch für das Fischgrätmuster. Dies kommt allerdings in großen Räumen besonders gut zur Geltung: Durch den unterschiedlichen Faserverlauf des Holzes entstehen je nach Lichteinfall beeindruckende Lichtspiele.

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