LUDWIGSBURG | 15. Oktober 2008

Plugfelden hat die sportlichste Bevölkerung

Ludwigsburg hat eine ausgesprochen sportliche Bevölkerung. 71,6 Prozent bezeichnen sich selbst als sportlich aktiv, fast 69 Prozent treiben mindestens einmal pro Woche Sport. Das ergab die Expertise der Deutschen Sporthochschule (DHS) Köln zur Sportentwicklung in Ludwigsburg.

Ludwigsburg in Bewegung

Rein statistisch treiben die Ludwigsburger im Durchschnitt 2,4-mal pro Woche Sport. Dieser Wert gilt für Männer und Frauen gleichermaßen.
Das heißt allerdings nicht, dass beide Geschlechter gleichermaßen sportlich aktiv sind. Der Anteil der Männer, die regelmäßig etwas für ihre Fitness tun, ist mit 72,2 Prozent etwas höher als der der Frauen (67 Prozent). Und Männer wenden mehr Zeit dafür auf. Im Wochendurchschnitt treiben sie fast dreieinhalb Stunden Sport, Frauen kommen nicht einmal ganz auf drei Stunden. Nimmt man beide Geschlechter statistisch zusammen, sind es exakt 189 Minuten pro Woche, die die sportlich aktiven Ludwigsburger pro Woche in Bewegung sind.
Gar nicht so gravierend, wie man vermuten könnte, sind dagegen die Unterschiede zwischen den verschiedenen Altersgruppen. Den höchsten Sportler-Anteil gibt es in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen, dann folgt das Mittelalter (45 bis 64 Jahre) vor den jungen Erwachsenen und den Senioren. Doch die Abstände sind insgesamt nicht sehr groß.
Und die Aktivitäten lassen im Alter keineswegs nach, im Gegenteil. Wer körperlich noch in der Lage ist, sich sportlich zu bewegen, tut dies offenbar intensiver als früher. Die beiden oberen Altersgruppen treiben mit 2,5-mal pro Woche am häufigsten Sport, die Senioren jenseits der 65 wenden mit 195 Minuten wöchentlich die meiste Zeit für ihre Fitness auf. Kinder und Jugendliche trainieren im Durchschnitt zehn Minuten weniger.
Erhebliche Differenzen in Sachen sportliche Betätigung haben die Wissenschaftler der Kölner Hochschule zwischen den Ludwigsburger Stadtteilen ermittelt. Die aktivsten sind Pflugfelden und Oßweil. In Pflugfelden gibt es den höchsten Anteil von Sportlern an der Gesamtbevölkerung (78,1 Prozent), in Oßweil wird am häufigsten (2,7-mal pro Woche) und am längsten trainiert (234 Minuten). Schlusslicht in allen Bereichen ist Poppenweiler, wo die wenigsten Menschen (61 Prozent) etwas für ihre Fitness tun. Und die, die etwas tun, investieren dafür fast ein Drittel weniger Zeit auf als die Oßweiler.
Ein weiteres Ergebnis der Studie: Ludwigsburger mit Migrationshintergrund – das heißt Menschen ohne deutschen Pass oder die, deren Eltern aus einem anderen Land kommen – sind statistisch gesehen weniger sportlich als ihre deutschstämmigen Mitbürger. Aus der Migranten-Gruppe bezeichnen sich nicht einmal zwei Drittel als sportlich aktiv, während es bei den Deutschstämmigen fast drei Viertel sind. Und die Zuwanderer und deren Kinder treiben mit zweimal pro Woche seltener und kürzer Sport.



Jürgen Schmidt
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