Ludwigsburg | 18. Februar 2011

Räte wollen pfiffige Führungen für Kinder

Das Stadtmuseum bewegt sich derzeit in zwei Welten: Einerseits geht der Alltag mit Ausstellungen und Besuchern weiter, andererseits wird an den Konzepten für die Zukunft gefeilt. Wohin die Reise geht, ist jetzt schon ablesbar: Künftig will die Leiterin Dr. Alke Hollwedel noch mehr pädagogische Angebote machen. Das Museum soll zum Lernort für alle werden – auch für Kinder und Jugendliche, wie sich Stadträte wünschen.

Stadtmuseum - Margit Röder
Holm Wolschendorf
Das Stadtmuseum bewegt sich derzeit in zwei Welten: Einerseits geht der Alltag mit Ausstellungen und Besuchern weiter, andererseits wird an den Konzepten für die Zukunft gefeilt. Wohin die Reise geht, ist jetzt schon ablesbar: Künftig will die Leiterin Dr. Alke Hollwedel noch mehr pädagogische Angebote machen. Das Museum soll zum Lernort für alle werden – auch für Kinder und Jugendliche, wie sich Stadträte wünschen.

Sie hat derzeit alle Hände voll zu tun. Die Leiterin des Museums legt den Stadträten im Ausschuss eine Jahresbilanz vor, stimmt tags darauf Termine für eine Baubesichtigung in der Eberhardstraße ab, wo das neue Stadtmuseum entsteht, daneben läuft der Alltagsbetrieb am jetzigen Standort im Kulturzentrum ganz normal weiter.
Dr.Alke Hollwedel ist diese Mehrfachbelastung aber kaum anzumerken. Sie denkt eher daran, wie es in Zukunft wird. „Sie sind mit Herzblut dabei“, bestätigte ihr Helga Schneller (FW) im Ausschuss, „alle Achtung“ hat Edith Haberzeth-Grau (Grüne) für den Einsatz des Museums-Teams.
Hollwedel will auf dem eingeschlagenen Weg weitergehen, den Bereich Museumspädagogik noch stärker ausbauen und mehr Zeit und Personal in Führungen und Besuchergruppen investieren. Wobei sie hofft, dass das kleine Museums-Team um eine halbe Stelle dafür aufgestockt wird.
Das Museum – 2012 wird es in den Barockbau in der Eberhardstraße umziehen – soll damit zum Lernort für Jung und Alt werden. Ein Ansatz, den auch Stadträte begrüßen. Rosina Kopf (CDU) denkt besonders an die Schulen, die im neuen Museum verstärkt angesprochen werden könnten. Haberzeth-Grau (Grüne) hofft, dass überhaupt ein „pfiffiges Konzept für Kinder und Jugendliche“ entwickelt wird.
Bislang zieht das Museum vorwiegend ältere Besucher an, allerdings legt Hollwedel – sie ist seit 2008 in Ludwigsburg – Wert darauf, Besucher aus allen Altersgruppen ins Haus zu holen. So hat die Zahl der Veranstaltungen, Museumsführungen und Schülerempfänge deutlich zugenommen, trotz des laut Hollwedel vergleichsweise geringen Museums-Etats. Auch die Zahl der Stadtführungen, die im Museum einen Zwischenstopp einlegen, hat deutlich zugenommen.
Künftig will Hollwedel auch mehr Leute erreichen, indem die Öffnungszeiten erweitert werden. Im neuen Stadtmuseum, das täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet haben soll, würden sie damit sogar fast verdoppelt. Im Moment allerdings sieht es anders aus, aufgrund der finanziell schwierigen Haushaltslage hat das Museums-Team vor einem Jahr die Zeiten einschränken müssen. Dies hat sich dann auch an den Besucherzahlen bemerkbar gemacht. Rückgänge von zwanzig Prozent, wie befürchtet, hat es nicht gegeben, weil das Museum kräftig mit Veranstaltungen dagegen gearbeitet hat. „Wir haben das auffangen können“, so Hollwedel.
Trotz der verstärkten Aktivitäten sind die Besucherzahlen zurückgegangen, die Museumsleiterin führt das auch auf das Jubiläumsjahr zurück, in dem mehr als sonst geboten war. Mit 10685 Besuchern im Jahr 2010 liege man im Vergleich mit den Museen in Deutschland jedoch im oberen Drittel – „das zeigt auch, wohin wir in Zukunft gehören wollen“, betonte Hollwedel.
Viele im Umfeld des Museums helfen mit. Der Freundeskreis engagiere sich vorbildlich, so die Leiterin, er sei für das Museum „unverzichtbar“. „Sie haben die Ehrenamtlichen sehr gut eingebunden“, lobte denn auch Albrecht Bergold (SPD). Viele Praktikanten und Studenten werden eingelernt und für Projekte verpflichtet, aufgrund des großen Interesses gibt es sogar eine Warteliste.
So wird derzeit die Grafiksammlung auch über Werkverträge mit dem „sehr jungen Personal“ (Hollwedel) aufbereitet, die auf säurehaltigem Papier montiert sind. Bislang sind über 3000 Grafiken fotografiert worden. Die Fotos werden in eine Datenbank eingespeist, die später auch von Besuchern und Forschern genutzt werden kann.
Aus dem Nähkästchen plauderte OB Werner Spec, der das neue Stadtmuseum zu einem „Stärkezentrum“ für die Innenstadt machen möchte. Er denkt daran, einen der Räume auf die Zukunft auszurichten und dort eine Bürgerwerkstatt zu etablieren. „Bürger können dann dort ihre Anregungen zu aktuellen Themen einbringen und Fragen weitergeben.“
Ein Vorschlag, der „Charme hat, den wir aber noch diskutieren müssen“, bremste Kopf (CDU) etwas ab. Die Freien Wähler finden die Idee ganz ansprechend, Dr.Volker Heer (FDP) ist jedoch der Ansicht, dass es für derartige Präsentationen genügend andere Räume in der Stadt gebe. Stadtgeschichte und Ausstellungen sollten im Museum im Vordergrund stehen.
Hans-Peter Jans
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