28. Februar 2009

Sichere Checkliste rund um den Wintergarten

Vom Quartier für empfindliche Pflanzen in der kalten Jahreszeit zum ganzjährig genutzten Wohnraum und Mittelpunkt des Hauses – so hat sich der Wintergarten in den letzten Jahren entwickelt. Das ganze Jahr im Grünen wohnen im zusätzlichen Zimmer mit Aussicht – eine herrliche Vorstellung.

Bild: Rehm

Als Wärmepuffer zwischen innen und außen verringert der Wintergarten Wärmeverluste und ermöglicht außerdem die passive Nutzung der eingestrahlten Sonnenwärme.
Wer einen Wintergarten baut, sollte sich zunächst überlegen, welchen Zweck er erfüllen soll. Er kann als erweiterter Wohnraum, als Gewächshaus oder auch als Spielbereich dienen. Wichtig ist, welche gewünschte Hauptfunktion erfüllt werden soll: Soll mehr Wohnfläche geschaffen, mehr Licht ins Haus geholt werden oder soll ein Pflanzenparadies im Haus entstehen?
Ein Wintergarten ist baubewilligungspflichtig. Bei der Baubehörde (Gemeindeamt) kann man sich erkundigen, in welcher Form ein Wintergarten auf dem jeweiligen Grundstück errichtet werden darf. Je höher ein Wintergarten ist, desto geringer ist die Hitzestauentwicklung. Eine Grundfläche ab 15 Quadratmeter ist für einen Wohnwintergarten die ideale Größe.
Bei der Errichtung eines Wintergartens sind die Vor- und Nachteile der verschiedenen Himmelsrichtungen zu beachten. Die Nordseite hat folgende Vorteile: keine Überhitzung, Sonnenschutz ist kaum notwendig, geringer Energiegewinn über passive Solarenergie, sofern der Wintergarten nicht extra beheizt wird.
Der Nachteil: Ohne Heizung ist der Wintergarten nicht ganzjährig nutzbar. Als Büroraum oder Atelier ist der Wintergarten an der Nordseite zu nutzen. Die Vorteile der Ostseite: geringe Überhitzungsgefahr, Morgensonne, wird im Lauf des Vormittags warm. Die Nachteile: kühlt mit Beginn des Nachmittags aus, die Wärmespeicherung hält nicht bis in die Abendstunden. Als Frühstücksraum oder ganzjähriger Wohnraum ist er nutzbar und ist sehr vorteilhaft für Pflanzen.
Die Westseite hat den Vorteil, dass Wärmespeicherung bis in die Abendstunden möglich ist. Die Nachteile: keine Morgensonne und erst im Laufe des Tages erwärmt sich der Wintergarten. Nutzen lässt sich dieser Teil bevorzugt in den Abendstunden und ist ganzjährig bewohnbar. Die Südseite hat viele Vorteile: hoher Gewinn an passiver Solarenergie, hoher Wärmegewinn, der im Winter und in der Übergangszeit auch für die übrigen Wohnräume genutzt werden kann. Aber: Hierbei ist besonders zu beachten, dass der Wohnraum nur bei sehr guten Sonnenschutzmaßnahmen genutzt werden kann.
Entscheidungen, welche Materialien für den Bau eines Wintergartens verwendet werden sollen, müssen getroffen werden: Holz, Holz/Alu-Kombination, Kunststoff, Aluminium und Glas sind hier möglich.
Welche Funktionen sollen Fenster und Türen haben: Dachgleitfenster, Drehkippfenster, Schiebe- oder Falttüren? Der Boden sollte außerdem über hohe Wärmespeicherung und eine darunter liegende Wärmedämmung verfügen.
Das Glas hat eine besondere Bedeutung: Auf der einen Seite dient es dazu, dass im Sommer nicht zuviel Hitze ins Haus gelangt, auf der anderen Seite im Hinblick auf die Wärmedämmung, dass nicht zuviel erwärmte Luft abfließt. Heiz- und Lüftungssysteme bieten Lösungen, die auch das Beschlagen von Scheiben verhindern. Eine Verglasung mit speziellen Wärmedämmgläsern ist grundsätzlich sinnvoll.
Wenn man den Wintergarten ganzjährig nutzen möchte, müssen extreme Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsschwankungen zwischen Innen- und Außenraum ausgeglichen werden. Auch die angrenzenden Räume werden von den klimatischen Bedingungen im Wintergarten beeinflusst. Ein schlecht gebauter Wintergarten kann – neben Schäden am Haus – auch klimatische Unannehmlichkeiten verursachen wie zum Beispiel unerträgliche Hitze im Sommer, abgestandene Luft oder Feuchtigkeitsniederschlag an den Scheiben. Mit Heizen, Lüften und einem Schutz vor Sonne kann das Klima individuell beeinflusst werden. Die Wintersonnenstrahlen alleine können den Raum nicht ausreichend aufheizen. Es ist sinnvoll, das Heizsystem im Wintergarten an jenes im Wohnhaus anzupassen. Die Heizung sorgt neben angenehmer Wärme dafür, dass die Tauwasserbildung an den Fenstern vermieden wird. Eine Lüftungsmöglichkeit ist unbedingt vorzusehen.
Beim Sonnenschutz werden die Außen- und Innenbeschattung unterschieden, je nachdem, auf welcher Seite des Glases der Sonnenschutz montiert ist. Außenbeschattung (zum Beispiel Markisen, Jalousien und Rollläden) ist in der Regel wirkungsvoller und bietet zudem Sichtschutz.
Auch Maßnahmen der Innenbeschattung (untergesetzte Markisen, Vertikal-Jalousien, Textil-Stores, reflektierende Folien) können sehr dekorativ sein. Hier ist zu beachten, dass der Wirkungsgrad des Sonnenschutzes geringer und der Lüftungsbedarf wegen der Aufheizung zwischen Glasscheibe und Innenbeschattung größer ist. Auch Pflanzen können zusätzlich für Beschattung sorgen.
Empfehlenswert ist die Wintergartenplanung mit einem erfahrenen Wintergartenprofi. Neben fachlicher Kompetenz ist langjährige Erfahrung von der anfänglichen Planung bis hin zu späteren Service- und Wartungsarbeiten sehr bedeutungsvoll.

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