Spielfreudiger Heiko Schaffartzik ärgert sich
Bevor sich Heiko Schaffartzik nach dem Allstar-Spiel in der Arena Ludwigsburg unter die Dusche begab, nahm er sich viel Zeit für die Fans. Fast eine ganze Runde drehte der Nationalspieler entlang der Werbebande, schrieb Autogramme, posierte mit jugendlichen Basketballfans für Erinnerungsfotos.

Bild: Baumann
Geduldig erfüllte der Bundesliga-Profi von Alba Berlin alle Wünsche. Schließlich hatte er in der Saison 2007/2008 auch einmal für Ludwigsburg gespielt. Das große Interesse der Fans am Allstar Day, der sein Jubiläum (25. Auflage) in der Stadt seines Ursprungs feierte, ist für Schaffartzik auch ein Beleg für die wachsende Populariät des Basketballs in Deutschland.
Erstmals nach 14 Jahren war die Basketball-Bundesliga (BBL) wieder zum Vergleichs zwischen den deutschen und den internationalen Größen zurückgekehrt. „Das bringt mehr Spannung, es geht ums Prestige, keiner will verlieren“, meinte BBL-Geschäftsführer Jan Pommer. Tatsächlich gefiel den Protagonisten auf dem Parkett die wiederentdeckte Variante ausgesprochen gut.
„Das hat mir richtig Spaß gemacht. Ich hätte nur gerne einen anderen Ausgang gehabt“, fasste Heiko Schaffartzik das turbulente Geschehen vor 4150 Zuschauern mit gemischten Gefühlen zusammen. Denn in der Schlussphase hatte das „Team International“ die Partie mit 89:84 (39:46) noch zu seinen Gunsten gedreht. Gar zu gerne hätte der 28-Jährige den Stars um seinen Berliner Teamkollegen Derrick Allen ein Schnippchen geschlagen.
„Es hat eine Weile gedauert, bis wir unseren Rhythmus gefunden haben“, begründete Bayern Münchens Center Chevon Troutman den schleppenden Start der US-Boys. Das deutsche Anfangs-Quintett mit Schaffartzik, Johannes Lischka (Ludwigsburg), Philipp Zwiener (Trier), Robin Benzing (Ulm) und Bambergs 2,15-m-Riese Tibor Pleiß wirbelte dagegen von Beginn an auf Hochtouren, führte mit sage und schreibe 19:4!
Das „Team National“, für das Schaffartzik (15), Pleiß und Maik Zirbes (je 14/Trier) die meisten Punkte sammelten, behauptete die Führung auch im zweiten (46:39) und dritten Viertel (66:55). Es wurde um jeden Ball gekämpft, wenn auch nicht mit dem intensiven körperlichen Einsatz der Punktspiele. Spätestens im Schlussviertel wachten die vom Oldenburger Bobby Brown und dem Ulmer Playmaker Isaiah Swann dirigierten Amerikaner auf. Troutman gelang in der 34. Minute die allererste Führung zum 73:72. Und Center John Bryant, der sich im Vorfeld einen nicht ganz ernst gemeinten verbalen Schlagabtausch mit seinem Ulmer Profikollegen Günther geliefert hatte, avancierte mit 23 Punkten und neun Rebounds zum „Man of the Match“.
Zweistellig punkteten noch Troutman (15), Anthony Leon Tucker (14) und Brown (13). Dem „Team National“ nützte auch eine Auszeit von Trainer Henrik Rödl nichts mehr. Bambergs Kraftpaket Tucker machte den Sack vollends zu. „In dieser Halle spiele ich gerne“, meinte er lachend. Vor zwei Wochen hatte der 25-Jährige gegen die EnBW Ludwigsburg stattliche 35 Punkte gesammelt.