LUDWIGSBURG | 22. Oktober 2008

Sport ist ganz privat am beliebtesten

„Im Verein ist Sport am schönsten“ hatte der Deutsche Sportbund einst in einer Werbekampagne behauptet. Für Ludwigsburg stimmt dies indes nicht ganz, denn die meisten Ludwigsburger, die sich sportlich betätigen, tun dies unorganisiert, also allein oder mit Bekannten, aber ohne feste Gruppe.

Ludwigsburg in Bewegung

Die Vereine in der Stadt müssen sich aber deshalb keineswegs abgehängt fühlen. 47,2 Prozent der sportlich aktiven Ludwigsburger sind der Studie der Sporthochschule Köln zufolge im Verein aktiv, das sind nur 1,6 Prozent weniger als die unorganisierten Sportler. Bei der Befragung waren Mehrfachnennungen möglich. Und im Vergleich zu anderen Städten besitzen die Vereine in Ludwigsburg einen hohen Stellenwert. In Stuttgart sind lediglich 37 Prozent im Verein organisiert in München noch deutlich weniger.
Kaum weniger attraktiv als die Vereine sind für Ludwigsburger privat organisierte Sportgruppen. Sie landen bei der Befragung mit 43,2 Prozent auf Platz drei. Deutlich weniger gefragt sind dagegen gewerbliche Anbieter, wie Fitnessstudios. Sie werden von nicht einmal einem Viertel der Bürger genutzt.
Die Sport-Vorlieben von Männern und Frauen unterscheiden sich nur zum Teil. Bei den privat organisierten Aktivitäten liegen beiden Geschlechter nur geringfügig auseinander. Auch bei der Vereinszugehörigkeit hält sich die Differenz zwischen Männern (51,8 Prozent) und Frauen (49,1) noch in Grenzen. Dagegen nutzen erheblich mehr Frauen (27,3 Prozent) als Männer (20,5) kommerzielle Angebote.
Zwischen Alt und Jung klaffen dagegen die Formen der körperlichen Betätigung meilenweit auseinander. Für 95,9 Prozent der Kinder und Jugendlichen ist der Verein die sportliche Heimat. Privat oder kommerziell läuft in dieser Altersklasse dagegen eher wenig. Ab dem Erwachsenenalter bleibt die Verteilung dann aber relativ konstant. Jeweils ein rundes Drittel sportelt im Verein, zwischen 50 und 64 Prozent treiben unorganisiert Sport, knapp die Hälfte in privaten Gruppen und ein Viertel in Fitnessstudios.
Auch nach Stadtteilen differiert das Bild sehr stark. Sportvereine sind in Ludwigsburgs Mitte am wenigsten gefragt (33,7 Prozent), während mehr als zwei Drittel der Pflugfelder Sportler im Verein aktiv sind. Kommerzielle Angebote erfreuen sich in Grünbühl der größten Beliebtheit (36,8 Prozent), während die Nachfrage in Hoheneck am geringsten ist.
Noch nicht völlig im deutschen Vereinssystem angekommen scheinen die Menschen mit Migrationshintergrund. Nur knapp 40 Prozent sind in Vereinen organisiert, bei den Deutschstämmigen sind es 48,7 Prozent. Für die Zuwanderer und deren Kinder sind privat organisierte Sportaktivitäten und auch kommerzielle Angebote dagegen wichtiger.



Jürgen Schmidt
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