Ludwigsburg | 16. März 2017

Stadtverband hat jetzt eine Dreierspitze

Um eine Dreierspitze überhaupt wählen zu können, musste zuerst die Satzung geändert werden. Neben weiteren kleineren Anpassungen wurde das von der Versammlung einstimmig genehmigt. Rudi Artinger vom Musikverein Poppenweiler und Frank Nafzger vom Männerchor des Turnvereins Neckarweihingen waren bisher stellvertretende Vorsitzende und rücken nun auf. Artinger war erst vor einem Jahr neu in den Vorstand gewählt worden, Nafzger ist ein langjähriger engagierter Mitstreiter für die Belange der kulturtreibenden Vereine. Die CDU-Stadträtin Gabriele Seyfang ist hingegen ganz neu an der Spitze, und mit ihr hat der Stadtverband wie einst in der Ära des heutigen Ehrenvorsitzenden Roland Schweiß wieder eine Stimme im Gemeinderat.

Das Trio Frank Nafzger, Gabriele Seyfang und Rudi Artinger.
Das Trio Frank Nafzger, Gabriele Seyfang und Rudi Artinger.
Foto: Baumeister

Seyfang wurde im Musikverein Eglosheim groß und ist mit der kulturellen Vereinsarbeit vertraut. Und da die Satzung sowie Geschäftsordnung geändert wurden, musste der komplette Vorstand neu gewählt werden. Die einzige neue Personalie: Beisitzerin ist jetzt Nicole Bacher. Sie folgt auf Werner Paa, der nicht mehr kandidiert hatte. Schriftführerin bleibt Cathrin Dettmann und Kassiererin Brigitte Scheiblauer. Die bisherigen Beisitzerinnen Gaby Knorpp und Jeanette Stuber wurden einstimmig wiedergewählt.

Der scheidende Vorsitzende Peter Teufel hatte im Herbst angekündigt, dass er nicht mehr antritt. Rudi Artinger würdigte bei der Verabschiedung Teufels langjährige Erfahrung in dem Amt. Teufel war vor sieben Jahren als Nachfolger von Roland Schweiß an die Spitze des Stadtverbandes gewählt worden. Er nannte für seinen Rückzug persönliche Gründe.

Beim Rückblick auf 2016, als der Stadtverband sein 50-jähriges Bestehen feierte, hatte Teufel in seinem Bericht als Veranstaltungshöhepunkt das große Galakonzert im Oktober genannt. Die Veranstaltung sei trotz einiger Längen gelobt worden, sagte Teufel, er verhehlte aber auch nicht den schwachen Besuch. Und der schlug sich auf die Finanzen des Stadtverbandes nieder, wie der Kassenbericht von Brigitte Scheiblauer zeigte. Der Verband gab im vergangenen Jahr rund 35 000 Euro aus, was größtenteils dem Festkonzert geschuldet war. Dem standen geringe Einnahmen gegenüber. Scheiblauer nannte Eintrittsgelder in Höhe von 2736 Euro und Spenden von 5000 Euro sowie 500 Euro an Beiträgen. Auf Nachhaken von Uwe Appel vom Musikverein Oßweil schlüsselte Scheiblauer die Ausgaben für das Konzert weiter auf. So entstanden 7800 Euro an Ausgaben allein für Gagen und Honorare. Während der Kassenbestand am Jahresende 2015 noch rund 50 000 Euro betrug, war er Ende 2016 auf weniger als die Hälfte zusammengeschmolzen. „Das Jubiläum hat ein Loch in die Kasse gerissen“, sagte Kassenprüfer Günter Renn vom Chorforum. Nachgekartet wurde an dem Abend aber nicht mehr, in einer Versammlung im November hatte bereits das „Wundenlecken“ stattgefunden.

Man schaut jetzt nach vorne, es warten auch einige Herausforderungen. Frank Weckesser vom Stadtverband für Sport meinte in puncto Marktplatzfest, dass er wieder auf mehr Beteiligung der Gesang- und Musikvereine hoffe. Wiebe Richert vom Fachbereich Kunst und Kultur der Stadt nannte den Start eines Großprojekts zum 300-jährigen Jubiläum der Stadterhebung im nächsten Jahr, wo auf die Mitwirkung des Stadtverbands gesetzt wird. Die Leiterin der Jugendmusikschule, Christiane Schützer, warb außerdem um Beteiligung der Vereine am Projekt „Ludwigsburg singt!“, das am 1./2. April stattfindet.

Angelika Baumeister
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