BESIGHEIM | 23. September 2008

Statistiker sagen Zuwachs voraus

Eine Besonderheit stellt Besigheim nach Vorausrechnungen des Statistischen Landesamtes dar: Bis 2025 dürfte die Einwohnerzahl um etwa elf Prozent zunehmen, was die absolute Spitze unter den Kommunen im Kreis darstellt. Nur für zwölf Städte und Gemeinden rechneten die Statistiker einen Zuwachs aus.

„Das ist eine Bestätigung für die gute Infrastruktur der Gemeinde“, meint Adolf Eisenmann, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Gemeinderat. Um auf den erwarteten Andrang zu reagieren, entstehen derzeit zwei Neubaugebiete.
Trotzdem kann das alles nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch in Besigheim die Anzahl der älteren Menschen immer weiter ansteigen wird. So soll das Durchschnittsalter bis 2025 von 41,3 Jahre auf 48 Jahre klettern. Allein die Zahl der über 65-Jährigen wird um zehn Prozent ansteigen, und zwar auf 27,9 Prozent. „Wir haben das Problem erkannt“, ist sich Eisenmann sicher, und deshalb wurde auch 1997 der Trägerverein Begegnungsstätte gegründet. Zusätzlich steht der Bau von zehn bis 20 betreuten Wohnungen in Planung. Mit rund 170 Heimplätzen im Robert-Breuning-Stift habe die Gemeinde, laut Bürgermeister Steffen Bühler, sowieso mehr zu bieten, als es der Einwohnergröße entspreche. Nach dem Umbau wird sich zwar die Platzzahl auf 120 reduzieren, aber das „ist für unserer Größe dann auch die richtige Dimension“.
Die Erste Vorsitzende des Trägervereins Begegnungsstätte, Margot Berger, sieht keine Notwendigkeit, in Zukunft das Angebot weiter auszuweiten „eher müssen die bestehenden Angebote verändert werden“. Nur dadurch könne auch wieder die jüngere Generation, also die 60-Jährigen, angesprochen werden.
„Wir müssen das Programm mit der Gemeinde gestalten, nicht für sie“, meint Dekan Martin Luscher. Um den Bedarf der Bevölkerung abzufragen, veranstaltete die evangelische Kirchengemeinde gestern eine Ideenbörse zum Thema „Zukunft der Seniorenarbeit“.
Ein anderes Projekt ist der Umbau der Hauptstraße zur fußgänger- und seniorenfreundlichen Straße. „Wir denken dabei sehr wohl an die zukünftigen Entwicklungen“, versichert Rainer Boldt, CDU-Fraktionsvorsitzender in Besigheim.
Zusätzlich müsse man auch beachten, dass es in Zukunft immer mehr Singles geben wird. „Die müssen wir dann verstärkt aus den Häusern locken“. Wie das funktionieren soll, darüber müsse man sich aber noch Gedanken machen. Aus dem Haus gelockt werden viele Jugendliche, Erwachsene und Senioren auch heute schon durch das Angebot des FitKoms. „Wir bauen unser Angebot für Senioren aber ständig aus“, meint Torsten Fischer, Leiter des FitKoms.
„Bei der Kleinkinderbetreuung stehen allerdings noch einige Veränderungen an“, so Eisenmann. Inzwischen hat zwar eine Privatunternehmerin eine Kinderkrippe eingerichtet, in der Kinder von sechs Uhr morgens an betreut werden, allerdings „muss da noch mehr gemacht werden“.
„Kindergärten müssen zu Familienzentren werden, in denen auch verstärkt der Bildungsbereich abgedeckt wird“, fügt Dekan Luscher hinzu.
Um Schüler in Zukunft auch ganztags betreuen zu können, wurde mit der Firma Komet eine Vereinbarung getroffen. Bis 2013 erhalten die Realschüler und Gymnasiasten in der Mensa der Firma eine warme Mahlzeit. Ein Grundstück hat die Stadt auch schon erworben, um von 2013 an eine eigenständige Mensa für die Schüler errichten zu können. „Wie gehen auf die Anforderungen der Zeit ein“, ist Eisenmann überzeugt. Ein Ziel ist deshalb auch, die Betreuung für unter Einjährige weiter auszubauen.

Ina Allenhöfer
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