10. Oktober 2008

Strom von der Sonne

Dass Sonnenlicht nicht nur wärmen, sondern auch direkt elektrischen Strom erzeugen kann, ist bereits seit über 100 Jahren unter dem Begriff Photovoltaik (PV) bekannt. Aber erst in den letzten 20 Jahren ist die Entwicklung soweit fortgeschritten, dass eine zuverlässige und bezahlbare Technik zur Verfügung steht.

Eine PV-Anlage besteht im Wesentlichen aus Solarmodulen, die den Generator bilden, und einem Wechselrichter. Sobald Licht auf die Solarmodule fällt, beginnen sie Gleichstrom zu erzeugen, den der Wechselrichter in unseren Wechselstrom umwandelt.
Teuere Batterien, die den Strom für die Nachtstunden speichern, sind überflüssig, da heutige PV-Anlagen im Netzverbund arbeiten: Der erzeugte Strom wird vom Wechselrichter über einen Stromzähler in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Besteht im eigenen Haus Strombedarf, so fließt ein Teil oder der gesamte eingespeiste Strom über den normalen Stromzähler wieder zurück. Zuviel produzierter Strom gelangt über das öffentliche Netz zu Verbrauchern in anderen Häusern. Im Gegenzug versorgt das öffentliche Netz den PV-Anlagenbesitzer mit Strom, wenn die eigene Stromproduktion zu schwach ist.
40 Quadratmeter Modulfläche decken den durchschnittlichen Jahresbedarf eines Vier-Personen-Haushalts. Auf Grund des Netzverbunds ist die Anlagengröße jedoch unabhängig vom eigenen Stromverbrauch. Sie wird nur durch die nutzbare Dachfläche und das zur Verfügung stehende Kapital begrenzt.
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz sorgt für einen wirtschaftlichen Betrieb. Für jede erzeugte kWh gibt es 20 Jahre lang einen gleichbleibenden garantierten Preis, der deutlich über den derzeitigen Strompreisen liegt. Und dass Solarmodule nach 20 Jahren nicht am Ende sind, zeigen die Garantieversprechen der Hersteller, die ihre Solarmodule mit 25 Jahren Garantie verkaufen.
Die nachträgliche Montage auf bestehenden Gebäuden ist relativ problemlos, da nur ein Kabel vom Dach zum Zählerkasten gelegt werden muss. Ein Flachdach oder ein Schrägdach mit Südost- bis Südwest-Orientierung ist für die Solarmodule optimal. Komplettangebote, die alle Arbeiten enthalten, erstellen Elektrofachbetriebe und spezielle Solarunternehmen. Für eine unabhängige Beratung stehen die Mitglieder der Solarinitiative Ludwigsburg e.V. zur Verfügung.
In Baden-Württemberg könnten 25 Prozent des Strombedarfs aus Sonnenlicht erzeugt werden, wenn alle nutzbaren Dachflächen mit Solaranlagen bestückt wären.

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