14. Dezember 2009

Townships – Neue Heimat für Millionen

Das neue Südafrika, 15 Jahre nach dem endgültigen Ende der Apartheid, wird von einer neu heranwachsenden multikulturellen Generation getragen. Trotz gegenseitiger Ressentiments scheinen Schwarz und Weiß langsam zu begreifen, dass eine gemeinsame Zukunft nur miteinander und nicht gegeneinander zu verwirklichen ist.

Das neue Südafrika, 15 Jahre nach dem endgültigen Ende der Apartheid, wird von einer neu heranwachsenden multikulturellen Generation getragen. Trotz gegenseitiger Ressentiments scheinen Schwarz und Weiß langsam zu begreifen, dass eine gemeinsame Zukunft nur miteinander und nicht gegeneinander zu verwirklichen ist. Die vielfältigen Probleme wie wachsende Kriminalität, Aids, und die zum Teil zügellose Ausbreitung der Townships hat die Regierung zumindest erkannt und versucht mit zahlreichen Programmen dagegenzuwirken.
Townships, die noch während der Apartheid geschaffenen Wohngebiete für die schwarze Bevölkerung, bestehen anfangs ausschließlich aus grob zusammengenagelten Bretterbuden. Mittelfristig werden die Bewohner jedoch vom Staat in kleine feste Häuser umgesiedelt. Erstaunlich ist, dass bereits in den Budenstädten eine Infrastruktur mit Straßen, Wegen, Läden, Elektrizität, Wasser, Abwasser und Müllabfuhr existiert, alles Dinge, die viele ländlich geprägte Menschen zuvor noch gar nicht kannten. Kein Wunder also, dass sie mit diesem Los zunächst zufrieden und sogar glücklich sind, heißt das größte Township Kapstadts mit über einer Million Bewoh-nern doch Khayelitsha, neue Heimat. Im krassen Gegensatz dazu lebt die weiße Bevölkerung, aber auch bereits die wohlhabende Klasse unter den Schwarzen, in mit hohen Mauern, Stacheldraht und Elektrozaun gesicherten Wohngebieten. Für Europäer unvorstellbar, verbarrikadieren sich die Afrikaaner, wie sich hier viele Weiße nennen, bereits seit Generationen hinter Zäunen und Mauern, ein Relikt aus Voortrekker-Zeiten, als die Buren ihre Wagen zu sogenannten Wagenburgen formierten, um sich gegen kriegerische Stämme zu schützen. Nur ob und wann die Mauern irgendwann fallen, das steht in den Sternen über dem Kreuz des Südens.
Alle Texte und Bilder: Udo Jansen
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