09. Juni 2009

Über Francesco Mariotti

Francesco Mariotti
 
“Die Werke von Mariotti haben gleichermaßen intellektuelle wie poetische, ästhetische wie politische Aspekte. Ihr Phänotyp ist vollkommen technisch, und dennoch tragen seine Objekte und Installationen so geheimnisvolle Namen wie, Superlucciola, Stella Nera, Canto quántico, El Jardin Híbrido oder Sacramora. Sie knüpfen damit an kosmische, mythische, naturwissenschaftliche oder natürliche Dimensionen an. In seinen Arbeiten verbindet er formale, künstlerische Qualitäten mit kosmopolitischem Denken. Seine globalen Visionen werden nicht zuletzt aus seiner vielsprachigen multinationalen Familie und seiner komplexen kulturellen Erfahrung gespeist. Es scheint gelegentlich, als lebt Francesco Mariotti sein künstlerisches Konzept. Kommunikation, Annäherung und Verständigung als natürliche, konstruktive Prozesse sind wichtige Elemente seines Schaffens.

In zwei Werkgruppen manifestieren sich diese Ideen in besonderer Weise. Eine nahezu evolutionäre Entwicklung hat sich von den Lucciola-Projekten hin zu den Installationen der Hybriden Gärten vollzogen. Das Glühwürmchen erregt mit Licht Aufmerksamkeit, ermöglicht so Nähe und Kontakt. Ein Naturereignis als Spiegel alltäglicher Prozesse. Die technische, formale und ästhetische Perfektion der Lichtobjekte erweist sich keineswegs als Widerspruch, sondern bildet ihrerseits eine Reflexion der einzigartigen Schönheit der Natur. Mariottis Lucciola hat viele Gesichter. Im Hybriden Garten transformiert die  bilaterale Kommunikation des Glühwürmchens zu einem multiplen Ereignis. Alle Elemente der Installation treten miteinander in Beziehung. Farbe, Licht  und Lichtimpulse spielen selbstbewußte Rollen in einem großen Konzert. In Sacramora schließlich verbinden sich bilaterale und multiple Bezüge und Diskurse.“
Aus: C15. Kunstsammlung Ulla und Heinz Lohmann  


Biografie

Geboren 1943 in Bern, aufgewachsen in Lima, lebt in Zürich  

1965-1969
Ecole des Beaux Arts, Paris  

1965-1969
Hochschule für bildende Künste, Hamburg  

1977-1978
Dozent an der Kunsthochschule in Lima, Peru  

1982-1987
Generalsekretär des Video Art Festivals von Locarno  
   
   
Ausstellungen (Auswahl)

2007
„Parco d'Arte Vivente“, Piazzale Valdo Fusi / Torino  
„KUNST LICHT WENDE: WORK IN PROGRESS“,  Symposion Lindabrunn AT  
„Lichtberlin“, Tiergarten Berlin  

2006
„O Espirito da Descoberta“, Trancoso, Portugal  
„Glow“, Eindhoven, Holland  

2005
Glühwürmchenfestival, Zürich  

2003
Wellenklaenge, Lunz am See, AT  
„VIDEOFORMES”, Musée du Ranquet, Clermont- Ferrand
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