BGF | 14. Juni 2011

Unternehmertag in Markgröningen zum Thema Stress und Burn-out

Die Mitarbeiter sind ein wichtiger Erfolgsfaktor der Unternehmen. Der demographische Wandel führt allerdings zu einem Fachkräftemangel, der sich in den nächsten Jahren sicherlich noch ausweiten wird. Die Bindung, Weiterqualifizierung und Gesundherhaltung der Beschäftigten nehmen damit für die Zukunft einen sehr wichtigen Stellenwert ein.

ORTEMA Medical Fitness - betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)
Bild: ORTEMA Medical Fitness
ORTEMA Medical Fitness - betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)
Bild: ORTEMA Medical Fitness
Vor allem Stress und Burn-out führen zu zahlreichen Fehltagen uns sind inzwischen leider keine Seltenheit mehr, sondern häufig die Realität im beruflichen Alltag. Die Zahl der Betroffenen steigt, so dass sich immer mehr Arbeitgeber dem Thema annehmen und durch spezielle Programme versuchen, die Ursachen der stressbedingten Krankheiten zu analysieren und zu vermeiden.

Vertreter aus 18 verschiedenen Unternehmen im Kreis Ludwigsburg trafen sich am Freitag, den 06. Mai zum ersten Unternehmertag der ORTEMA GmbH. Ziel war, über die Phänomene Stress und Burn-out aufzuklären sowie Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung aufzuzeigen, durch welche die Gesundheit der Arbeitnehmer gefördert bzw. die Krankheitsauslöser in Unternehmen minimiert werden können.
Rüdiger Loy, Dipl-Kaufmann und Dipl.-Sportwissenschaflter stimmte die Gäste auf das Thema ein und machte während seinem Vortrag deutlich, dass der Anteil der psychisch bedingten Krankheitstage in Unternehmen in den letzten Jahren stetig zugenommen hat und inzwischen laut Gesundheitsreport 2010 der Barmer GEK den zweiten Platz in der Statistik einnimmt. Im Unterschied zu anderen Krankheiten liegt hier die Erkrankungsdauer jedoch deutlich höher, was für die Unternehmen ein großes betriebswirtschaftliches Problem darstellt. Gründe für die steigende Zahl der psychischen Erkrankungen liegen vor allem im wachsenden Termin- und Leistungsdruck, was bei nahezu jedem vierten Arbeitnehmer zu ständigen Kopfschmerzen und Schlafstörungen führt.
Dr. med. Sven Schemel, Chefarzt ambulante Rehabilitation der ORTEMA GmbH erläuterte in seinem Vortrag „Mehr Schmerz bei Stress?“ zunächst den Unterschied zwischen akutem Schmerz, mit lebenswichtigen Schutzfunktionen und chronischen Schmerzen, die diese Schutzfunktion verloren haben und als eigenständiges Krankheitsbild angesehen werden können. Im betrieblichen Alltag sind
z. B. chronische Rückenschmerzen ein häufig auftretendes Problem, das zu langen Arbeitsausfallzeiten führt. Anschließend stellte er sehr anschaulich dar, dass Schmerzen auch vom aktuellen Stressniveau abhängig sind. „Jeder Mensch empfindet Schmerzen anders“, so Schemel. „Ein gestresster Mensch wird den Schmerz sehr viel stärker wahrnehmen, als ein ausgeglichener“.

Nach einer 15-minütigen Bewegungspause verstand es Dr. Wolfgang Kringler, Dipl.- Psychologe, durch seinen mitreißenden Vortrag, das Thema Burn-out den Zuhörern näher zu bringen. Er machte deutlich, dass nicht Lärm, Zeitdruck oder die viele Arbeit automatisch Stress bedeuten. „Stress entsteht dann, wenn wir es nicht schaffen, damit umzugehen“, so der Psychologe. „Ähnlich wie bei Schmerzen ist allerdings auch hier wichtig zu verstehen, dass Stressempfinden individuell sehr unterschiedlich sein kann“.
Verschiedene Maßnahmen können dabei helfen, dem Stress besser zu begegnen oder einen Ausgleich zum Arbeitsstress zu schaffen, damit ein Burn-out erst gar nicht entsteht.

Abschließend stellte Rüdiger Loy verschiedene Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung vor. Die Palette der möglichen Angebote ist groß: Spezialistenvorträge zu gesundheitsgefährdendem und gesundheitsschützendem Verhalten, gezielte gesundheitssportliche Aktivität z. B. in Rücken-, Herz-Kreislauf- und Entspannungskursen, praktische Aktions- und Informationsveranstaltungen zu gesundheitlichen Themen im Betrieb, Ergonomie- und Arbeitsplatzberatung u. v. m.
Entscheidend ist dabei, dass Angebote exakt auf die Ziele, Rahmenbedingungen und Besonderheiten eines jeden Unternehmens zugeschnitten sein müssen. Dazu sind eine Analyse der betrieblichen Gegebenheiten und eine dann erfolgende Abstimmung der Maßnahmen notwendig. Die Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements ist als längerfristiges Projekt anzusehen, das neben einer umfassenden Planung und regelmäßigen Überprüfung der vorgenommenen Maßnahmen vor allem eines „Antreibers“ im Unternehmen bedarf, um erfolgreich und nachhaltig umgesetzt werden zu können. Studien zeigen, dass durch gezielte Programme zur Gesundheitsförderung Krankheitstage und Krankheitskosten um bis zu 26% verringert werden können. Pro eingesetzten Euro errechnen diese Untersuchungen damit einen Return on Investment von 2,5 bis 5 Euro für die Unternehmen.
Damit profitieren von einem betrieblichen Gesundheitsmanagement sowohl die Arbeitnehmer, durch attraktive, gesundheitsfördernde Angebote und einer Unterstützung zur Führung eines gesunden Lebensstils, als auch die Arbeitgeber, durch gesündere und leistungsfähigere Mitarbeiter und damit einer gesteigerten Produktivität. Zudem stellen genannte Maßnahmen eine hohe Attraktivität hinsichtlich der Bindung bestehender und dem Gewinn neuer Mitarbeiter dar.
ORTEMA Medical Fitness
Weitere Artikel aus diesem Ressort
Anzeige
Anzeige
Digitale Beilage
UMFRAGE
Smartphones

Sollen Smartphones in Schulen verboten werden?

Zeitschriftenvorteil