12. April 2008

Wie eine Hündin das Herz einer Familie erobert hat

Der Hund gilt als des Menschen bester Freund. Eine Beziehung, auf die auch bekannte Ludwigsburger nicht verzichten möchten. In der neuen Serie „Mein Hund und ich“ stellt die LKZ einige dieser Freundschaften vor.

Bild: Alfred Drossel

Albert Geiger, Chef des städtischen Bürgerbüros Bauen, wollte nie Hunde habe. Heute sagt er: Ich bin ein Bekehrter. Längst hat die Berner Sennenhündin Daya einen festen Platz in seinem Leben.
Schuld daran ist Tochter Jana. Zehn Jahre war sie alt, als sie begann, sich sehnlich einen Hund zu wünschen. „So ein Tier ist eigentlich wie ein weiteres Kind: Es bedeutet Verantwortung, man muss es bei allem mit einplanen und man hat unheimlich viel Arbeit damit“, erklärt Geiger seine damalige Haltung.
Mit 15 Jahren wollte es Jana dann wirklich wissen: Einen Berner Sennenhund wollte sie haben und übers Internet hatte sie einen Schweizer Züchter gewählt. Blieb noch der 20-Punkte-Katalog abzuarbeiten, den Papa zur Bedingung gestellt hatte: Da galt es zum Beispiel die Geldgeschenke zur Konfirmation als solide Finanzierung nachzuweisen. Als geforderte Vertrauensperson, die bereit war, den Hund während der Familienferien zu betreuen, fand sich eine Tante.
Erst einmal im Hause, bezauberte das acht Wochen alte schwarz-braun-weiße Fellknäuel dann einfach alle – und eroberte sich mit einer geballten Charmeoffensive umgehend einen festen Platz in Albert Geigers Herz.
„Ich hatte vom ersten Tag einen völlig kritiklosen Fan – bei meinem Arbeitsalltag ist das sehr angenehm“, sagt Geiger und lacht. „Diese beiden haben eine ganz spezielle Beziehung“, bestätigt Jana. „Mich sieht sie als ihre Hauptbezugsperson, aber ihn liebt und verehrt sie.“
„Ich war überrascht, wie stark sie das Familienleben beeinflusst“, berichtet Geiger. Plötzlich seien alle drei Kinder gerne zu ausgedehnten Sonntagsspaziergängen bereit gewesen – natürlich mit dem neuen Hundchen.
Auch heute, fast sechs Jahre später und von Jana zur selbstbewussten, aber verlässlichen Gefährtin erzogen, lässt Daya vom Wiesengraben beim Thema Familienzusammenhalt nicht mit sich spaßen. Noch immer bellt sie zu den Mahlzeiten alle an den Tisch und beklagt sich, wenn es in die Natur geht und jemand nicht gleich mitwandern will.
Als echte Schweizerin hegt Daya nicht nur eine leidenschaftliche Vorliebe für Käse, sie liebt auch die Berge. „Sie hat schon mit mir einen 3000er bezwungen“, erzählt Albert Geiger sichtlich stolz. Ausgerüstet mit eigenem Rucksack fürs Wasserfläschchen und ihre Verpflegung sei sie ganz locker die Wege hinauf und später wieder herunter marschiert. „Da war ich mehr aus der Puste als sie“, erinnert er sich.
Richtig wohl ist es Daya aber vor allem zu Hause bei den ihren und ihrer Lieblingsbeschäftigung: Ruhen und entspannen. Aber spät abends, wenn alle schon schlafen und nur Albert Geiger mal wieder spät von einer Sitzungen heimkehrt, dann steht sie auf, kommt angetappt und begrüßt ihn freudig. „Und das“, sagt Albert Geiger und lächelt verschmitzt, „das tut sonst niemand für mich.“

Annette de Cerqueira
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