22. Oktober 2008

Winter heizen – Sommer kühlen

Als umweltschonende Heizung hat die Wärmepumpe in den letzten Jahren ihre Marktanteile in Deutschland kräftig erhöht. Weniger bekannt ist, dass es viele Wärmepumpen gibt, die im Sommer auch die Wohnräume kühlen können. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) informiert über die Möglichkeiten, den Komfort einer Wärmepumpe ganzjährig zu nutzen.

Bild: BDEW

Wärmepumpen gewinnen aus den gemäßigten oder gar kühlen Temperaturen im Erdreich, im Grundwasser oder in der Luft nutzbare Wärme für Heizung und Trinkwasserbereitung.
So kann zum Beispiel mit Hilfe der etwa zehn Grad Celsius, die im Erdboden das ganze Jahr über herrschen, Heizwärme mit 45 Grad bereitgestellt werden.
Die zehn Grad Erdtemperatur, die im Winter als Wärmequelle dienen, können nun im Sommer zur Kühlung der Räume genutzt werden. Ein „Sommer-Bypass“ umgeht dabei die Wärmepumpe und leitet die Kühle des Untergrundes direkt ins Gebäude. Beim Durchfließen wird dem Raum Wärme entzogen, die anschließend wieder in den Erdboden mitgenommen wird.
Der BDEW weist darauf hin, dass vor allem mit einer Flächenheizung spürbare Kühleffekte möglich sind. Die Rohrschlangen sollten dabei möglichst eng verlegt sein. Flächenheizungen sind im Übrigen auch im Winter die idealen Wärmepumpen-Partner, da sie mit niedrigeren Temperaturen versorgt werden als Heizkörper.
Nach Auskunft des BDEW hat die beschriebene „passive Kühlung“ nur einen geringen Stromverbrauch. Für Luft-Wärmepumpen kommt diese Betriebsweise allerdings nicht in Betracht: Die hohen sommerlichen Lufttemperaturen können nicht zum Kühlen genutzt werden.
Neben der „passiven Kühlung“ gibt es noch eine etwas aufwendigere, dafür effektivere Kühl-Möglichkeit.
Dabei wird die Richtung des Wärmepumpen-Kreislaufprozesses einfach umgekehrt. So wird dem Raum, ähnlich wie im Inneren eines Kühlschranks, Wärme entzogen und nach draußen geführt. Laut BDEW herrschen in den Räumen jedoch keine „Kühlschrank-Temperaturen“.
Das Kühlen per Wärmepumpe ist immer nur ein Zusatznutzen zu ihrer eigentlichen Stärke, der energiesparenden Raumheizung. Grundlage der Entscheidung für eine Wärmepumpe, so der BDEW, ist deshalb immer der Heizwärmebedarf.
Dabei gilt: Sehr gut gedämmte und mit Flächenheizungen ausgestattete Gebäude sind ein hervorragender Einsatzort für diese umweltschonende Art zu heizen. Den Kühleffekt im heißen Sommer nimmt man dann gerne mit.

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