09. Juni 2009

Zeitenräder



Hedi Schwöbel, geb. 1955 in Kortelshütte,
lebt und arbeitet in Ludwigsburg.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Städte mit Skulpturen, Reliefs und Wandgemälden ausgestattet, deren religiöse, politische, lokalhistorische oder mythologische Motive aus dem Stadtraum einen Erzählraum machten. Seitdem ist aus unterschiedlichen Gründen die Position erzählerischer Kunst im urbanen Außenraum problematisch geworden und erschöpft sich zumeist in gefälligen, häufig pittoresken figürlichen Plastiken. Hedi Schwöbels Skulptur am Ludwigsburger Bahnhof ist durchaus als narrativ zu bezeichnen. Die Künstlerin führt  den erzählerischen Aspekt jedoch nicht über das Motiv, sondern durch das Material ein. Der Kaffeesatz, aus dem ihre Skulptur in Form eines überdimensional großen Radpaares gefertigt ist, stößt eine Erzählung über die für Ludwigsburg bedeutsame Firma Heinrich Franck Söhne an, die über ein Jahrhundert lang in der Herstellung von Ersatzkaffee tätig war.
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