HESSIGHEIM | 15. Oktober 2008

Zentrale Einrichtung: Senioren treffen sich bei der „Goldenen Freizeit“

Eine relativ junge Gemeinde ist Hessigheim, denn mit einem Durchschnittsalter von 39,3 Jahren liegt die Gemeinde nur knapp hinter Erligheim, der jüngsten Gemeinde im Kreis. Ansteigen wird das Alter aber auch hier, und zwar nach Angaben des Statistischen Landesamtes auf 44,4 Jahre.

„Als so kleine Gemeinde hat man es relativ schwer, beim Thema Seniorenbetreuung am Ball zu bleiben“, meint Bürgermeister Martin Schwarz.
Konkrete Pläne bestehen deshalb noch nicht, wie man auf die demografische Entwicklung reagieren könnte. Zwar wird im Gemeinderat darüber schon diskutiert, so der Schultes, „aber das ist noch nicht spruchreif“. Reagieren muss man aber auch in Hessigheim, denn vermutlich wird auch hier die Zahl der über 65-Jährigen von 16,6 Prozent deutlich ansteigen. Darum wird nach Angaben des Gemeinderats Erwin Ott auch bereits seit längerem darüber diskutiert, ob man betreute Wohnungen in Hessigheim bauen solle. „Bisher fehlt zwar noch der passende Investor, aber gemeindeeigene Plätze wurden bereits zu diesem Zweck im Neubaugebiet freigelassen“, so Ott.
Eine wichtige Institution ist deshalb der Verein „Goldene Freizeit“, der auf eine Initiative der Gemeinde zurückgeht und von ihr organisiert wird. „Allerdings ist es eine Mischform zwischen kirchlicher und bürgerlicher Institution“, so Pfarrer Michael Wacker. Einmal monatlich treffen sich die Senioren zu Vorträgen oder um ein eigenes Programm auszugestalten. Auch sind Ausflüge im Programm enthalten.
„Die heutigen Senioren sind meistens noch so aktiv, dass sich das Programm immer mehr zur aktiven Mitarbeit der Senioren hinentwickelt“, meint Wacker. So wird der demografische Wandel zwar Auswirkungen auf die Gesellschaft haben, „aber diese werden wohl nicht dramatisch sein“. Ein Ziel seiner Arbeit sieht er nun darin, die Generationen zusammenwachsen zu lassen: „Generationenübergreifende Projekte sollen weiter gefördert werden, um die jeweiligen Stärken weitergeben zu können“, so Wacker.
Ein anderer Programmpunkt in Hessigheim sind die vom VdK organisierten Kaffeenachmittage, die von mehreren Ortsverbänden im Kreis organisiert werden. Auch werden Infonachmittage und Ausflüge für Ältere geboten. „Vom Seniorenprogramm sind wir in Hessigheim bereits gut ausgestattet, weshalb ich nicht vorhabe, das Programm in Zukunft weiter auszubauen“, so Vorsitzender Karl-Heinz Schmid. Zufrieden ist er auch mit der Infrastruktur der Gemeinde: mit Einkaufsmöglichkeiten und Vereinen sei man gut ausgestattet und „kommt gut zurecht“, so Schmid. Als einziges Manko sieht er den Busverkehr, da Busse die kleine Gemeinde nicht oft anfahren. „Da hat man es dann als älterer Mensch ohne Auto manchmal schwer“. Allerdings räumt er ein, dass das in einer so kleinen Gemeinde mit nur knapp 2200 Einwohnern gar nicht anders möglich sei.
Und auch Gemeinderat Ott meint, dass ältere Menschen in Hessigheim noch deutlich stärker in ihre Familien integriert sind als in größeren Gemeinden: „Das ist dann ein Vorteil einer kleinen Gemeinde“. Zu bestimmten Zeiten fahren allerdings regelmäßig Busse, damit die Hauptschüler ab Klasse sieben sowie die Realschüler und Gymnasiasten in andere Orte fahren können. Dass die Gemeinde aber als Hauptschulstandort in Zukunft gefährdet sein könnte, das weiß auch Bürgermeister Schwarz. Auch in Hessigheim gebe es natürlich eine Diskussion zur Zukunft der Hauptschulen, so Schwarz, aber dennoch „hoffen wir, den Standort weiterhin betreiben zu können“. Bei den Kindergärten vor Ort müsse man sich aber keine Sorgen machen: „In Hessigheim ist die Kinderzahl noch relativ konstant“, so Ott. Und je nach Nachfrage biete man neben der normalen Betreuungszeit auch eine Ganztagsbetreuung an. Trotz aller Schwierigkeiten sieht auch Bürgermeister Schwarz positiv in die Zukunft: „Wir sind gut gerüstet und müssen vor dem Wandel keine Angst haben.“

Ina Allenhöfer
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