Stuttgart | 03. Februar 2011

Zoff um Rededuell mit Spitzenkandidat Mappus

Stuttgart – Die Grünen sind sauer. Das traditionelle Fernsehduell beim Landessender Südwestrundfunk (SWR) darf der SPD-Spitzenkandidat Nils Schmid am 16. März zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr bestreiten. Das wurde in den Gremien so beschlossen. Nicht mit dabei ist Winfried Kretschmann, der Grünen-Spitzenkandidat.

Die Grünen sind sauer. Das traditionelle Fernsehduell beim Landessender Südwestrundfunk (SWR) darf der SPD-Spitzenkandidat Nils Schmid am 16. März zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr bestreiten. Das wurde in den Gremien so beschlossen. Nicht mit dabei ist Winfried Kretschmann, der Grünen-Spitzenkandidat.
„Ein Duell zwischen Mappus und Schmid ist nicht auf der Höhe der Zeit“, argumentieren die Grünen-Vorsitzenden Chris Kühn und Silke Krebs. Sie verweisen auf die aktuellen Umfragewerte zur Landtagswahl, die die Grünen als zweitstärkste Partei hinter der CDU sehen. In einer Fernsehauseinandersetzung solle sich ja der Ministerpräsident seinem „wichtigsten Herausforderer“ stellen. Und das sei Winfried Kretschmann. Dass es auf ein Duell Mappus– Kretschmann zulaufe, argumentieren die Grünen, habe der Landesparteitag der CDU gezeigt, bei dem sich Mappus auf die Grünen eingeschossen habe. Eine Diskussion zwischen Mappus und Schmid gehe „vollkommen an der politischen Realität vorbei, ja sie verzerrt diese auf inakzeptable Weise“.
Kretschmann sei „inhaltlich und personell die Alternative zu Mappus“. Das müsse ein solches Duell abbilden, wüten die grünen Parteichefs in einem offenen Brief an SWR-Intendant Peter Boudgoust. Ihre Forderung lautet: „Kein Duell ohne Kretschmann!“ Sie fordern den SWR-Intendanten auf, die Entscheidung zurückzunehmen. Der SWR zieht sich auf die letzte Landtagswahl als Maßstab zurück. Das sei auch rechtlich geboten. „Es ist ein Duell der Spitzenkandidaten der stärksten Regierungs- und der stärksten Oppositionspartei“, sagt Sender-Sprecher Wolfgang Utz. Bei der letzten Wahl aber war die SPD mit 25,2 Prozent zweitstärkste Kraft hinter der CDU mit 44,2 Prozent. Die Grünen waren mit 11,7 Prozent Dritte.
Der SWR argumentiert auch, dass alle Parteien in einer „Elefantenrunde“ drei Tage vor der Wahl am 24. März die Chance hätten, ihre Positionen klar zu machen. Auf diesem Podium sitzt dann auch ein Spitzenkandidat der Linken. Die Grünen, argumentiert der SWR, bekämen wie die anderen Spitzenkandidaten in der Sendung „Zur Sache…“ auch Einzelinterviews. Winfried Kretschmann dürfe wegen der „gesteigerten öffentlichen Aufmerksamkeit“, die die Grünen seit geraumer Zeit erführen, aber mit „wesentlich längerer Gesprächszeit“ rechnen. Und zwar einen Tag nach dem „Duell“.
Der Versuch, Mappus zu zwei Duellen zu bekommen, schlug fehl. Die Grünen empört, dass der SWR indirekt unterstellt, die Grünen könnten nicht alle Themenschwerpunkte des Wahlkampfes (Verkehr, Umwelt, Wirtschaft, Arbeitsplätze, Bildung) bestreiten. Das sei wirklich „völlig verfehlt“. Im Kern wurmt sie die „unfaire“ Startvoraussetzung, dass die SPD ein Forum bekommt, das bis zu einer Million Zuschauer ansehen wird.
Gabriele Renz
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