GRÜNFLÄCHEN
02. Oktober 2015

Walcker-Park ist keine Utopie

Ab 2017 könnte es bereits unterhalb des Marstall losgehen – Für die Innenstadt soll es ein mobiles grünes Zimmer geben

Viel Asphalt, viele Autos: Der Parkplatz auf dem unteren Walcker-Areal soll sich in den nächsten Jahren teilweise in einen grünen Park verwandeln.

Viel Asphalt, viele Autos: Der Parkplatz auf dem unteren Walcker-Areal soll sich in den nächsten Jahren teilweise in einen grünen Park verwandeln.

Mit viel Aufwand entsteht vor gut einem Jahr auf dem Rathaushof ein grünes Zimmer. Archivfoto: Stollenberg

Mit viel Aufwand entsteht vor gut einem Jahr auf dem Rathaushof ein grünes Zimmer. Archivfoto: Stollenberg

 

Die Barockstadt hat viele Parks, doch aus Sicht der Landschaftsarchitekten gibt es Nachholbedarf, manche Wohnquartiere sind unterversorgt. Minuspunkte holen sich vor allem das Blühende Barock und der Favoritepark – weil sie umzäunt sind und nur teilweise oder gegen Bezahlung nutzbar sind. Als multifunktionale Grünanlagen, wie das im Sinne der Nachhaltigkeit wäre, werden nur die Bärenwiese und das Monrepos eingestuft. Teilweise würden diese zu stark genutzt. Gesucht hat man deshalb im sogenannten Freiflächenentwicklungskonzept Flächen, die sich in Ludwigsburg zum Park entwickeln könnten. Ein konkretes Projekt gibt es: Es ist der Walckerpark, der zur Grünanlage umgestaltet werden soll. „Wir beginnen mit den Planungen“, bestätigt Nicole Preußner, Leiterin der Abteilung Grünflächen und Ökologie.

 

Offene Parklandschaft

Ein Teil der Parkplätze soll erhalten werden, ansonsten soll es eine offene Parklandschaft werden – mit Spielplatz, Bänken und insgesamt mit Aufenthaltsqualität. Der Bereich unterhalb des Marstalls an der Heilbronner Straße, heute vor allem ein Parkplatz, ist etwas vernachlässigt, lädt wenig zum Verweilen ein. Derzeit wird ein Entwurf erstellt, nächstes Jahr soll der Gemeinderat entscheiden. Möglicherweise kann dann im Jahr 2017 umgebaut werden. Denn sonst verfallen die Fördergelder, die dafür zugesagt sind, so Preußner. Noch bis 2018 können diese abgerufen werden. Auch in der Innenstadt nennt der Freiflächenentwicklungsplan neue Möglichkeiten für einen Park. Das Thema Arsenalplatz und Schillerplatz liegt längst auf dem Tisch der Kommunalpolitik, die Stadt hat auch die Bürger dazu befragt. Laut Grünplanern könnte auf dieser Fläche eine „hochwertige innerstädtische Parkanlage“ entstehen. Aktuell werden Überlegungen zu Verkehrsfragen, Tiefgarage und Platzgestaltung angestellt. Eine andere Idee, an der die Stadt dranbleiben will, ist die grüne Wand am Rathaushof, die sich inzwischen zum grünen Zimmer gemausert hat. Sie soll einen mobilen Partner bekommen – also ein bewegliches Pflanzenzimmer, das an verschiedenen Stellen aufgestellt werden kann.

 

Mobiles grünes Zimmer

Laut Preußner könnte dies der Marktplatz, der Arsenalplatz oder in Grünbühl der Quartiersplatz sein. Es sollen flexible Module sein, die ab- und wieder aufgebaut werden können. Es soll wieder als Forschungsprojekt laufen, Ludwigsburg hat dafür vom Land den Zuschlag erhalten. Aktuell wird geplant, im Frühjahr 2016 könnte es aufgestellt werden. Auch das grüne Zimmer auf dem Rathaushof soll bleiben, das für rund 100 000 Euro aufgebaut worden ist – etwa die Hälfte davon hat die Stadt finanziert. Der Forschungsauftrag läuft 2016 zwar aus, die Stadt übernimmt aber die Anlage, auch wenn die Pflege eher aufwendig ist. Könnte man so eine grüne Wand auch an Straßen aufstellen, um etwas gegen Lärm und Staub zu tun? Bäume, räumt Preußner, ein, sind da besser geeignet. Nicht nur wegen der besseren Sichtbeziehungen, auch benötigt ein grünes Zimmer oder eine grüne Wand aufwendige Bewässerungsanlagen.

HANS-PETER JANS
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